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Foto: © African Violet
Foto: © African Violet

Neueröffnung am Adlerflychtplatz

Panafrikanische Küche im African Violet

Ostafrikanische Restaurants gibt es in Frankfurt einige. Mit dem African Violet am Adlerpflychtplatz wollen die Inhaberinnen und Schwestern Meskerem und Netsanet Nega etwas anders machen. Anstelle von ausschließlich äthiopischer und eritreischer Küche setzen sie auf panafrikanische Klassiker – und treffen dabei unerwartet einen Nerv.
„Wir haben uns viel Mühe gegeben, aber dass es so gut anläuft, hätten wir nicht gedacht“, freut sich Meskerem Nega. Zusammen mit ihrer Schwester Netsanet Nega, die seit 2009 zusammen mit einem Partner im Commerzbank Tower das Brötchenmacher betreibt, hat die gebürtige Äthiopierin am 19. Juni im Oederweg das African Violet eröffnet. Zuvor befand sich in den Räumlichenkeiten das äthiopisch-eritreische Restaurant Hidmo. Nach dem Umbau ist das Lokal nicht wiederzuerkennen. Die Kombination aus farbenfroher geometrischer Ornamentik und dem in dunklen Farbtönen gehaltenen Interieur fügt sich zu einem gradlinigen, modernen Look zusammen – ganz ohne Folklore.




© African Violet

Eigentlich arbeitet Meskerem Nega in einer Apotheke. Die Schwestern hätten jedoch schon lange von einem gemeinsamen äthiopischen Restaurant geträumt und seit Jahren nach einem geeigneten Objekt Ausschau gehalten. Ihre Mutter habe früher in Addis Abeba ein Restaurant geführt. „Damals waren wir noch Kleinkinder, aber das hat uns wohl geprägt“, sagt Meskerem Nega und lacht. Ostafrikanische Restaurants gibt es in Frankfurt mittlerweile einige. Das Wissen auch die beiden Schwestern. „Wir wollten in jedem Fall etwas anderes machen. Etwas Besonderes. Deshalb gibt es bei uns nicht nur äthiopische und eritreische Küche, sondern Gerichte aus allen Teilen Afrikas. Daher kommt auch der Name African Violet – wegen des bunten Angebots“, erklärt Meskerem Nega. „Wir haben Speisen aus Ghana, Salate aus Marokko, Hauptspeisen aus Namibia und Nachtisch aus Südafrika auf der Karte. Bei uns gibt es nicht nur Injera, sonder auch Fufu aus Westafrika, Couscous aus Nordafrika und vieles mehr. Also ein Restaurant, das nicht nur ein Land vertritt, sondern einen ganzen Kontinent.“




© African Violet

Das Konzept scheint gut anzukommen. Selbst zu untypischen Restaurantzeiten treffen stetig neue, auffällig junge Gäste ein und nehmen Platz. Das sei typisch, versichern die Schwestern und hänge mit einem ihrer Bestseller zusammen: Fufu, hier aus Kochbananen zubereitet, mit Erdnusssauce. Vor etwa sechs Wochen sei eine junge Frankfurterin gekommen und habe sich dabei gefilmt, wie sie Fufu probiert. Wenig Tage später kamen immer mehr junge Menschen und bestellen Fufu. „Wir wussten gar nicht, was los ist. Fast jeder zweite Gast bestellte Fufu“, erzählt Netsanet Nega immer noch erstaunt. „Wir haben dann nachgefragt und erfahren, dass die junge Frankfurterin eine TikTokerin war und dass das voll im Trend ist. Die Leute kommen zum Teil aus Saarbrücken, Wiesbaden, Mainz und noch weiter her, nur um hier Fufu zu essen und das dann zu posten.“




Den äthiopischen Klassiker gibt es natürlich auch, Injera aus Teff- und Gerstenmehl. © African Violet

Tatsächlich kursieren seit über einem halben Jahr Videos auf TikTok und anderen sozialen Medien mit Menschen, die zum ersten Mal Fufu Essen – die sogenannte Fufu-Chellange. Bereits im Januar 2021 titelte etwa die Los Angeles Times: „West African fufu is the latest viral food on TikTok“. Von der Fufu-Chellange hätten sie nichts gewusst, als sie die Karte für das Afrikan Violet zusammenstellten. „Aber wenn wir jetzt Fufu von der Karte nehmen würden, könnten wir vermutlich dicht machen“, witzelt Netsanet Nega. Währenddessen bringt die Bedienung gerade die nächste Fufu-Bestellung an einen Tisch auf der großen Terrasse, an dem eine Gruppe junger Frauen sitzt – die Smartphones bereits im Anschlag.

African Violet, Norend, Oeder Weg 80, Tel. 069/71169392, Mo-Fr 11-23, Sa 9-00, So 9-23 Uhr
 
27. August 2021, 13.57 Uhr
srs
 
 
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