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Dining auf der Ambiente 2020
 

Top-Themen Genusswoche

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Grüner Wind auf dem Esstisch

Foto: Ambiente
Foto: Ambiente
Nachhaltigkeit ist in aller Munde, auch auf der Ambiente 2020. Der neue Ausstellungsbereich HoReCa (Hotel, Restaurant und Catering) zeigt, was jetzt in der Gastronomie auf den Tisch kommt. Das sind die neuen Trends.
Am Freitag eröffnete mit der Ambiente 2020 die größte Konsumgütermesse der Welt. Eine Neuheit im Programm, versteckt sich hinter dem Akronym „HoReCa“ (Hotel, Restaurant und Catering) in Halle 6. Hier dreht sich alles um das Thema Dining. An den Ständen der knapp 300 Aussteller finden Fachbesucherinnen und -besucher alles, was im Gastrobereich 2020 im Trend ist.

Der Schwerpunkt liegt auf allem, was auf den Tisch kommt. Abgesehen von Essen natürlich: Es gibt Echtholz-Schneidebretter, die fast zu schön sind, um darauf zu schneiden; stylishe Table-Top-Accessoires wie Kerzenständer und Serviettenhalten in schlichtem monochromen Danish Design oder bunten Ethno-Look; handgearbeitete Schürzen aus Naturmaterialien fürs Servicepersonal und vieles mehr. Bei aller Vielfalt gilt: Kein Plastik, viel Holz, Kork, Steinzeug und recycelte Materialien. Nachhaltigkeit ist das große Thema. Im eigenen Ausstellungsbereich „Ambiente Trends 2020“ sinnieren die Trendanalysten vom Stilbüro bora.herke.palmisano über die neusten Entwicklungen: „Im Fokus der Gestalter und Hersteller stehen Kreislaufmodelle mit ökologisch sinnvollen Material- und Verarbeitungsalternativen“.

Geschirr aus Recycling-Lehm

Pünktlich zum Messestart stellte der französische Keramik-Hersteller Revol mit der Produktlinie „No.W“ („No Waste“) eine wirkliche Neuheit vor. Die Teller, Tassen und Schüsseln werden in Handarbeit aus „recyclay“ gefertigt. Dahinter verbirgt sich recycelter Lehm. Er besteht aus mineralen Feststoffen, die durch ein selbstentwickeltes Verfahren aus dem Abwasser der eigenen Keramikproduktion gewonnen werden. Mit recyclay will der seit 1768 in neunter Generation geführte Familienbetrieb aber nicht nur die eigene Zukunft sichern. Stattdessen wurde mit der Markteinführung von No.W ein ambitioniertes Ziel formuliert: In 2020 sollen 80 Tonnen hauseigenen Industrieabfalls in den Produktionsprozess zurückgeführt und so 80 Tonnen Rohmaterial gespart werden.

Außerdem im Trend: Mix & Match. Wo früher einheitliche, strahlend weiße Tellerservice auf strukturiert gedeckte Tische kamen, wird nun gemischt und zusammengestellt, was Farben und Formen hergeben. Der Trend geht zur kleinteiligen Fülle. Viele große und kleine handgearbeitete Schüsseln und Teller in weichen bis knalligen Primärfarben vermitteln ein Gefühl von lukullischer Vielfalt und entspanntem Zusammensein.

Gar nicht so entspannt ist, dass einige Stände sowohl im Bereich HoReCa als auch in den beiden anderen Bereichen „Living“ (Dekorationsartikel und Einrichtung) und „Giving“ (Geschenkartikel) kurzfristig leer blieben. Aufgrund der Corona-Krise mussten insgesamt 37 angemeldete Firmen vom chinesischen Festland absagen. Der überbordenden Vielseitigkeit der Ambiente kann jedoch auch dies keinen Abbruch tun. Noch bis Dienstag kann das Fachpublikum auf einer Fläche von 310.240 Quadratmetern die Stände von knapp 4600 Aussteller aus 93 Ländern besuchen.
 
10. Februar 2020, 13.30 Uhr
Sebastian Schellhaas
 
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