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Wohltätiges Franchise in Bockenheim
 

Auf und Zu

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New Wave Döner für einen guten Zweck

Foto: Stützende Hände e. V.
Foto: Stützende Hände e. V.
Mit Döner Kitchen by 486 eröffnet ein weiterer New Wave Döner-Laden in Frankfurt. Der Imbiss mit hausgemachtem Entrecôte-Döner-Spieß ist das Pilotprojekt für ein wohltätiges Franchise-Unternehmen des Vereins Stützende Hände e. V.
Eine Welle neuer Döner-Läden schwappt durchs Land. Anstelle von Standard-Döner in funktionaler Imbiss-Atmosphäre setzen hippe Döner-Stores in deutschen Metropolen auf Custom-Made-Kebab-Spieße, kreative Toppings und umweltfreundliche Verpackungen in stylisch designten Lokalen. Auch in Frankfurt fasst der Trend zum „Better Döner“ langsam Fuß. Nachdem im Februar in der Innenstadt The Different Kebab den Anfang gemacht hat, hat am 1. April in Bockenheim Frankfurts zweiter „New Wave Döner“ eröffnet: Döner Kitchen by 486.

Döner mit Herz

Das Besondere an Berkay Güls (23) erstem eigenen Imbiss ist allerdings nicht nur das außergewöhnliche Angebot mit Döner-Bowls, ausgefallen Döner-Toppings, einer großen Auswahl an Saucen, Dinkel-Vollkorn-Alternativen zum Weizenbrot und dem sogenannten Steak-Döner – einem hausgemachten Fleischspieß aus ausschließlich dünngeschnittenem und anschließend mariniertem Entrecôte von halāl geschlachteten Rindern. Besonders ist, dass Gül drei Prozent seines monatlichen Umsatzes sowie einmal im Monat 300 Döner für wohltätige Zwecke spendet.

Hintergrund dieses Geschäftsmodels ist die Zusammenarbeit mit dem 2013 gegründeten Stützende Hände e. V. mit Sitz im Gallus – einem sozial engagierten Verein mit dem Schwerpunkt Obdachlosenhilfe. Neben diversen karitativen Projekten und dem Ausbau einer Unterkunft für Obdachlose auf der Mainzer Landstraße richtet sich das Hauptaugenmerk der Arbeit des Vereins auf die tägliche Essensverteilung an Bedürftige und Obdachlose.

Ein wohltätiges Franchise

„Döner Kitchen by 486 ist der erste Mustershop von insgesamt 30 Läden, die wir zukünftig unter dem Firmen-Labeln Homelesskitchen GmbH in der Region als Franchise eröffnen wollen,“ erklärt einer der Mitbergünder:innen des Vereins, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die Arbeit des Vereins soll im Vordergrund stehen und nicht er als Person.

„Neben weiteren ‚Döner Kitchens‘ planen wir auch ‚Chicken-Kitchens‘, ‚Baguett-Kitchens‘ und ‚Pizza-Kitchens‘.“ Der nächste Laden wird in Kürze in Offenbach eröffnen. Das Design soll in alle Dependancen gleich sein, ebenso der Name, der durch den jeweiligen Standort ergänzt wird. „Unsere erste Kitchen mit Herrn Gül heißt Döner Kitchen by 486, weil der Laden in Bockenheim und 60486 die Postleitzahl von Bockenheim ist. Wenn wir in Griesheim einen Laden eröffnen würden, würde der dann Döner-Kitchen by 933 heißen.“

Zum Corporate Design des Franchise-Konzepts gehören aber nicht nur der Name und eine Innenausstattung mit Wiedererkennungswert, sondern ebenso der soziale Ansatz. So verpflichten sich alle Franchise-Nehmer:innen dazu, monatlich drei Prozent des Umsatzes an den Verein zu spenden. „Mit diesem Geld werden wir den Ausbau einer Unterkunft für Obdachlose auf der Mainzer Landstraße finanzieren.“ Darüber hinaus werden die jeweiligen Kitchens einmal im Monat eine bestimmte Anzahl an Essen spenden, die dann von ehrenamtlichen Helfern des Vereins an Bedürftige verteilt werden könnten.

Gutes für alle

In der Vergangenheit hat der Verein bereits mit diversen Gastronomen zusammengearbeitet, die gelegentlich Essen, Pizza, Pasta und auch Döner für die Verteilung an Bedürftige spendeten, dies allerdings unregelmäßig. Die Franchise-Idee könne da verlässliche Kontinuität bieten. Das Ziel: „Wenn wir 30 Franchisenehmer haben, dann haben wir jeden Monat 30 Tage gutes und leckeres Essen für diejenigen, die sich das selbst nicht leisten könnten.“ Das sei zwar alles noch Zukunftsmusik, aber seit der Eröffnung von Döner Kitchen by 486 kämen stetig neue Anfragen, unter anderem aus Wiesbaden, Hofheim und Mainz.

Der bisherige Erfolg von Döner Kitchen by 486 spricht für sich. Schon zur Eröffnung seien Kunden aus der gesamten Rhein-Main Region gekommen. Am Ende gehe es aber nicht allein um den privatwirtschaftlichen Erfolg der Franchisenehmer:innen: „Wir möchten den Leute die Augen dafür öffnen, warum wir das Ganze machen,“ heißt es vonseiten des Vereins. „Es geht darum, den Bedürftigen auf der Straße zu helfen und mit unserem Kitchen-Konzept haben am Ende alle etwas davon. Der Kunde hat gutes Essen und tut noch etwas dafür, dass es Menschen besser geht, die vielleicht gerade nicht so viel Glück im Leben haben.“
 
13. April 2021, 10.06 Uhr
Sebastian Schellhaas
 
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