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Foto: Jan Hoffmann (l.) und Karl Martin Hohmann (r.) © Villa Philippe
Foto: Jan Hoffmann (l.) und Karl Martin Hohmann (r.) © Villa Philippe

Schock in Kronberg

Villa Philippe schließt

Nach kaum eineinhalb Jahren müssen Jan Hoffmann und Karl Martin Hohmann die Villa Philippe Ende des Jahres wieder verlassen. Der Vermieter hat den Pachtvertrag gekündigt. Neue Pläne haben Hoffmann und Hohmann noch keine.
„Das hat uns vollkommen kalt erwischt. Wir haben Ende November aus heiterem Himmel die Kündigung erhalten“, erzählt Jan Hoffmann. Zusammen mit Karl Martin Hohmann betreibt Hoffmann seit Anfang 2020 das Restaurant Villa Philippe in Kronberg. Nach kaum eineinhalb Jahren müssen die beiden das Restaurant ab dem 31. Dezember wieder schließen.

Eine handfeste Begründung für die Kündigung gäbe es nicht, so Hoffmann: „Wir sind unseren Pflichten nachgekommen. Haben regelmäßig unsere Miete bezahlt.“ Erst vor drei Wochen hätten sie ein Gespräch mit dem Vermieter geführt. Dabei sei es um die Planung für 2022 und auch einen neuen Vertrag gegangen, denn der alte hatte eine Besonderheit: Als Hoffmann und Hohmann die Villa Philippe übernahmen, einigten sich die beiden mit dem Vermieter auf einen von beiden Seiten zum Quartalsende kündbaren Pachtvertrag. Was als eine Art Notbremse für den Fall gedacht war, dass der Betrieb in wirtschaftliche Schieflage gerät, zeigt nun seine Schattenseite. „Das schien uns eine sinnvolle Vereinbarung“, erklärt Hoffmann. „Wir wussten ja nicht, ob unser Konzept hier funktioniert. Das Haus hatte schließlich vor uns bereits elf Pächter. Wir dachten, damit gehen wir auf Nummer sicher. Das wurde uns jetzt zum Verhängnis.“

Ihr gastronomisches Konzept, da sind sich Hoffmann und Hohmann sicher, sei an sich gut aufgegangen. Im kulinarischen Sinne wird diese Selbsteinschätzung bestätigt mit hohen Platzierungen in FRANKFURT GEHT AUS! 2021 und 2022 sowie einschlägigen Besprechungen im Gault&Milau (zuletzt 15 von 20 Punkten) und Nennung im Guide Michelin. Auch in betrieblicher Hinsicht, versichern die erfahrenen Gastronomen, seien die vergangenen eineinhalb Jahre aufgrund der Pandemie zwar herausfordernd, aber immer noch wirtschaftlich gewesen. „Wir haben eigentlich alles so gemacht, wie man es machen sollte. Gut gewirtschaftet und immer fleißig reinvestiert“, so Hoffmann. Schließlich sei es nicht ums schnelle Geld, sondern darum gegangen, etwas aufzubauen und sich einen Namen in Kronberg und der Region zu machen. Was auch immer die Gründe für die zwar fristgerechte, aber deshalb nicht weniger kurzfristige Kündigung sind, bleibt vorerst unklar.

„Wir sind froh, dass wir so viel Unterstützung von unseren Gästen bekommen. Wir werden mit E-Mails, Anrufen und Reservierungen bombardiert. Das ist gut so, und tut auch gut.“ Bis zur endgültigen Schließung am 31. Dezember wird die Villa Philippe normal geöffnet sein. Gleichzeitig müssen Hoffmann und Hohmann die Restaurantauflösung organisieren. Dabei sei das Wichtigste, betonen die beiden, schnellstmöglich eine Anschlussstelle für ihre beiden Auszubildenden zu finden. Wie es für Hoffmann und Hohmann selbst im neuen Jahr weitergehen wird, wissen die beiden noch nicht. „Erst einmal wollen wir das hier würdevoll zu Ende bringen und erhobenen Hauptes Kronberg verlassen.“ Gänzlich planlos seien sie freilich nicht. „Wir haben viele Ideen im Kopf und fertige Konzepte in der Schublade. Aber jetzt müssen wir uns erst einmal sortieren“, erklären die beiden, bevor sie zurück in die Küche gehen – den Endspurt vorbereiten.

Villa Philippe, Kronberg im Taunus, Hainstraße 3, Tel. 06173/993751, Mi-Sa 18:30-24 Uhr, Mo/Di Ruhetage
 
6. Dezember 2021, 14.05 Uhr
Sebastian Schellhaas
 
 
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