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Verleihung des Goldenen Apfels 2019
 

Neues aus der Szene

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„Streuobstwiesen sind ein Kulturgut“

Foto: Hessischer Apfelweinverband
Foto: Hessischer Apfelweinverband
Am Mittwoch wurde im Rahmen des Apfelweinfestivals der Goldene Apfel vergeben. Der Preis ehrt Menschen, die sich mit besonderer Hingabe um Streuobstwiesen kümmern. In diesem Jahr ging er an Torsten Horn aus Eschwege.
Streuobstwiesen gelten als schützens- und erhaltenswert, da sie diverse Tier- und Pflanzenarten beherbergen, und für den Umweltschutz damit einen großen Beitrag leisten. Es braucht aber auch Menschen, die die Zeit und Arbeit aufbringen, sich um die großflächigen Streuobstwiesen zu kümmern. Am vergangenen Mittwoch wurde zum zwölften Mal im Rahmen des Apfelweinfestivals der Goldene Apfel vergeben: Ein Preis, der besonderes Engagement in Bezug auf den Erhalt von Streuobstwiesen ehrt. Wer den symbolischen goldenen Apfel und ein Preisgeld von 1000 Euro erhält, entschied eine siebenköpfige Jury, zu der unter anderem Stadträtin Rosemarie Heilig, der Leiter der Naturschutz-Akademie Hessen Albert Langsdorf, die Geschäftsführerin des MGH Gutes aus Hessen Julia Kraushaar und Vorsitzender des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e.V. Martin Heil gehören. „Streuobstwiesen sind ein Kulturgut und prägen das Landschaftsbild sehr stark “, sagte Langsdorf.

Der Gewinner in diesem Jahr ist Torsten Horn aus Eschwege, den die Jury als „Rundum-Kümmerer“ betitelte. Der Agraringenieur, Gärtner und Musiker kümmert sich selbst um einen Hektar Streuobstwiese, zudem ist er Mitglied beim BUND und pflegt gemeinsam mit dem Landwirt Uwe Köhler und der BUND-Vorsitzenden des Werra-Meißner-Kreis Heide Tilgner zwei weitere Hektar. „Uwe hat die besseren landwirtschaftlichen Geräte, ich habe gutes Schnittwerkzeug. So hilft man sich eben gegenseitig“, sagte Horn. Ohne sie sei die Betreuung der Streuobstwiesen gar nicht möglich gewesen, weshalb er den Preis auch gemeinsam mit seinen beiden Kollegen entgegennahm. Heilig bezeichnete Horn als „herausragendes Beispiel“ und sagte: „Er hat den Goldenen Apfel mehr als verdient.“

Oben und unten kümmern

Wenn Horn im Winter die Bäume auf seinem Hektar zurückschneidet, ist er meist mehrere Wochen täglich beschäftigt. „Meine 62 Bäume schneide ich alle selbst. Ich habe da meine bestimmten Vorstellungen“, lacht Horn. 420 Kilogramm seiner geernteten Äpfel gingen dieses Jahr an die Werraland Werkstätten e.V. bei denen sie zu Apfelchips verarbeitet wurden. „Für diese Äpfel haben wir eine spezielle Schablone. Nicht jeder Apfel ist für die Verarbeitung von Chips geeignet.“, sagt Horn. Neben den Apfelbäumen, die aus gängigen Sorten wie Kaiser Wilhelm, Weißem Glockenapfel und Goldparmäne bestehen, finden sich auf seiner Streuobstwiese auch Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäume, sowie 30 Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten. Gemeinsam mit der Ortsgruppe des BUND war er an der Entstehung einer „Reiserwiese“ beteiligt, die den Erhalt von heimischen Obstbäumen sichern soll, und die er mit der Veredlung alter Sorten unterstützt. Zudem betonte Heilig während ihrer Laudatio, dass sich Horn „nicht nur oben kümmert, sondern auch unten.“ Damit sind seine Shropshire-Schafe gemeint, die beispielsweise Wühlmäuse fernhalten. Momentan versucht er sich außerdem an Maulbeeren, die als Tiefwurzler besser mit trockener Erde zurechtkommen. Für die Zukunft ist ein Obstlehrpfad geplant, auf dem unter anderem auch Kurse zur Veredlung der Apfelbäume und Techniken zur richtigen Beschneidung stattfinden sollen. Apfelwein wird aus den Äpfeln von Torsten Horn allerdings nicht hergestellt: „Der Trend ist in Eschwege noch nicht angekommen.“
 
16. August 2019, 10.03 Uhr
jwe
 
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