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Glüh-Wein-Nachten
 

Neues aus der Szene

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Zwölf Tipps für den Weihnachtsmarkt

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Nach Feierabend noch einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt? Dann aber schnell! Die meisten Märkte laufen nur noch eine Woche. Mit dieser Liste kulinarischer Besonderheiten wird der Frankfurter Weihnachtsmarkt bestimmt nicht langweilig.
Alle Jahre wieder zieht die Gastroredaktion ihre Runden über den Weihnachtsmarkt, trinkt und futtert sich durch das komplette Angebot und stellt die besten Stände vor – mit diesen Empfehlungen kommt garantiert keine Enttäuschung auf! Die Highlights sind über das gesamte Gebiet des Weihnachtsmarktes verstreut, darunter fallen diesmal Hauptwache, Dom/Römer sowie der Schwulen- und Lesbenweihnachtsmarkt auf dem Friedrich-Stoltze-Platz. Die erste Station unserer Tour befindet sich an der Hauptwache, direkt vor der Katharinenkirche. Bei Drexel’s Schwenkgrill gönnen wir uns Wetterauer Landbratwurst (3,50 €) – wohl die Königin unter den Bratwürsten. Das Würstchen ragt weit über die Enden des krossen, selbstgebackenen Brötchens hinaus, aber nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität stimmt: Dank der großzügigen Verwendung von Kräutern ist die regionale Spezialität ausgesprochen würzig. Das gute Stück aus der nahegelegenen Wetterau ist die perfekte Grundlage für die darauffolgenden Glühweine.

Weiter geht es an den Roßmarkt. Ein interessanter Hotspot für Besucher, die keine große Lust auf traditionelle Weihnachtsspezereien haben, ist der Stand der Cocina Argentina: Hier werden argentinische Rinder-Spezialitäten gegrillt. Das Asado kommt uns mit 12 Euro allerdings selbst für den Weihnachtsmarkt arg teuer vor, die servierte Portion ist dann jedoch so üppig, dass 12 Euro auch außerhalb von Weihnachtsmärkten ein absolut fairer Preis wären. Tatsächlich liegt so viel Fleisch und knuspriges Fett auf dem Teller, dass wir trotz hervorragender Chimichurri gar nicht alles essen können. Manchmal ist weniger doch mehr. Trocken wird es einem trotz all dem Fleisch in der Kehle nicht: Der selbstgemachte Glühwein aus argentinischem Malbec (3,50 €) ist angenehm herb, würzig und wesentlich weniger süß, als viele andere auf dem Weihnachtsmarkt.




Foto: Jan Paul Stich

Als nächstes zieht es uns zum rosa beleuchteten Schwulen- und Lesbenweihnachtsmarkt auf dem Friedrich-Stoltze-Platz. Der Rosa Weihnachtsmarkt ist immer etwas intimer, sehr hübsch geschmückt und hier gibt es kulinarisch einiges zu entdecken. Am rustikalen Flammlachs-Stand wärmen wir uns zunächst am offenen Feuer und betrachten den Fisch beim Garen. Dann ordern wir besagten Lachs im Menü mit Salat, Rosmarinkartoffeln und zwei Saucen, nämlich Honig-Senf-Dill und Kräuter-Schmand. Das Ensemble schlägt mit 15 Euro zwar ordentlich zu Buche, wird uns aber als ordentliche Portion mit knusprigem Brötchen überreicht. Der Lachs ist angenehm zart, die Kartoffeln würzig – eine runde Sache.




Foto: Jan Paul Stich

Für eine Gastroredaktion braucht es natürlich bedeutend mehr, um den Hunger zu stillen, deshalb geht es für uns direkt weiter an Ben’s Burger-Stand. Hier gibt es ausgefallene saisonale und lokale Varianten wie etwa den Frankfurter Burger mit Handkäs und Musik (8 €), einen Apfel-Zimt-Burger auf Pflaumenmus (8 €) oder den Entenburger mit Apfel-Zimt-Ringen auf Cassismousse (8,50 €) – wenn da mal nicht das Hipster-Herz höherschlägt! Wir sind heute aber nicht sonderlich experimentierfreudig und entscheiden uns für einen klassischen Cheeseburger (7 €), der groß und schön saftig daherkommt – eine solide Leistung für einen Burger vom Weihnachtsmarkt. Auch das Süße kann sich beim schwulen Stoltze sehen lassen. Der Crêpe mit Erdbeere und weißer Schokolade (6 €) ist nicht günstig, aber gut. Ökologisch sind Erdbeeren im Winter natürlich nicht top, die Bananen für den Klassiker mit Nutella wachsen aber auch nicht in Oberrad. Nach all den Schlemmereien haben wir nun ordentlich Durst. In puncto Heißgetränke lohnt sich auf dem Rosa Weihnachtsmarkt besonders die große Paletti-Weihnachtsbar: Der hier ausgeschenkte weiße Winzerglühwein aus Rheinhessen (3,50 €) ist angenehm fruchtig-süß.




Foto:Katharina Bruns

Munter ziehen wir weiter zum Herzstück des Frankfurter Weihnachtsmarktes – auf den Römerberg. Um etwas Abwechslung in unsere Getränkeauswahl zu bringen, gönnen wir uns herrlich würzige Feuerzangenbowle (0,25 l / 4 €) am Stand R17 direkt vor dem Rathaus. Das Lieblingsgetränk Heinz Rühmanns besteht hier aus Glühwein, Orange, Zitrone, Rum und kandiertem Zucker und schmeckt nicht allzu süß, was wir sehr begrüßen.

Den absoluten Kracher des Frankfurter Weihnachtsmarkts finden Besucher inmitten der vielen Büdchen und des Trubels: Zwischen Karussell und Rathaus reihen sich große Käselaibe aneinander und es duftet himmlisch nach dem geschmolzenen Gold. Das Frankfurter Käsefondue, dessen Name auch in großen Lettern den Stand ziert, ist bereits seit einigen Jahren ein Geheimtipp. Besonders zu empfehlen ist hier die Combo aus heißem Chardonnay, stilvoll im Weinglas serviert, cremigem Käsefondue und Zwiebelweizenbrotring. Das Fondue wird hübsch drapiert in einem weißen Keramiktopf nebst kleinem Stövchen – damit die deftige Köstlichkeit auch flüssig bleibt – auf einem rustikalen Holzbrett über den Tresen gereicht (ohne Pfand 11 €).




Foto: Katharina Bruns

Wir nehmen im hinteren Teil der Bude an einem der Tische Platz und tunken beherzt das knusprige Brot in das Töpfchen. Das Ensemble aus heißem Wein und herzhaftem Käse wärmt Herz und Magen, aber Obacht: Zu viel sollte man besser nicht essen, denn die Hocker im Gastraum sind äußerst schmal!

Wer keine Lust auf Kopfweh hat und auf Winzerglühwein steht, wird dann ganz in der Nähe fündig: Mit dem Römer im Rücken taucht auf der rechten Seite der Stand vom Weingut Manz aus Rheinhessen auf. Hier gibt es für drei Euro einen fruchtigsüßen, roten Tropfen, der dank Zitronenschnitz eine angenehme Säure bekommt. Ebenfalls einen Besuch wert ist der kleine Stand direkt vor dem Aufgang zur Schirn: Der hier ausgeschenkte Glühwein (3 €) wartet mit angenehmer Süße auf, kann bei Bedarf aber auch ungesüßt bestellt werden.





Foto:Katharina Bruns

Doch zurück zum Thema Käse: Der geht eigentlich immer, deshalb soll es als nächstes ein Gewürzbrottaler mit Raclettekäse (4,50 €) bei Roie’s Kaffee-Scheune neben dem nostalgischen Kinderkarussell sein. Der kräftige Schweizer Käse ist nicht zu dominant, das Gewürzbrot rustikal – eine schöne Kombination.




Foto: Katrin Börsch

Es geht weiter Richtung Schirn Kunsthalle und wir fahren jetzt die schweren Geschütze auf: Beim Glühwein-Dealer ordern wir ein höllisch starkes Getränk namens „Groggy“ (5 €). Auf der Tafel wird es als Glühwein mit einem Schuss Rum beschrieben. Gefühlt handelt es sich hierbei aber eher um großzügig eingeschenkten Rum, verfeinert mit einem Schlückchen Glühwein – der wärmt gut!




Foto: Jan Paul Stich
15. Dezember 2017
red
 
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