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Foto: Tim Steinbrecher und Martin Henrizi © srs
Foto: Tim Steinbrecher und Martin Henrizi © srs

Die Neueröffnung der Woche

Hier und Jetzt

Im Nordend eröffnet am Samstag das atm. Mit ihrem neuen Bistrokonzept inklusive Deli und Weinhandlung setzen Tim Steinbrecher und Martin Henrizi auf marktfrische Bistroküche mit panasiatischen Einflüssen sowie auf Weine und Feinkost abseits des Mainstreams.
Wer im Nordend wohnt oder dort regelmäßig unterwegs ist, kennt das Eckhaus an der Kreuzung Vogelsbergstraße und Günthersburgallee. Der erste Gedanke, der einem beim Anblick des schmucken Stilaltbaus mit roter Sandstein- und Klinkerfassade, großen Fensterfronten im Erdgeschoss und kleinem Vorgarten mit Terrasse kommt, ist ganz klar: Hier gehört Gastronomie rein! Und tatsächlich, nachdem die Räume jahrelang von einem Architekturbüro okkupiert wurden, war hier zuletzt das Hedwig Kaffeehaus beheimatet – allerdings nur für ein Jahr. Trotz der idyllischen Lage schloss das Café vergangenen Sommer unerwartet. Nun haben zwei Freunde die Räumlichkeiten übernommen, um mit einem Bistrokonzept inklusive Deli und Weinhandlung durchzustarten.

Das atm-Konzept

„atm“ ist der Name des ersten eigenen Ladens von Tim Steinbrecher und Martin Henrizi. Der Name stehe für vieles, so Steinbrecher und Henrizi, vor allem aber für „at the Moment“, für abschalten und entspanntes Genießen im Hier und Jetzt mit guten Freunden, gutem Essen und gutem Wein. Mit viel eigenem Handanlegen, dschungelartigen Tapeten an einzelnen Wänden, hohen Decken und Fischgrätparkett, großzügigen Abständen zwischen den Tischen, gemütlichen Stühlen und einem wuchtigen Tresen, der zum Platznehmen und Schlemmen einlädt, haben die beiden schon mal räumlich die besten Voraussetzungen für das angestrebte atm-Flair geschaffen. Passend dazu setzen Steinbrecher und Henrizi in puncto Kulinarik neben Stullen, Salaten und kleineren Gerichten auf das angesagte Sharing-Prinzip – also auf kleine und größere Leckereien zum Teilen statt individueller Tellergerichte. „Das soll unser Signature werden, Sharing Platten mit leckeren Kleinigkeiten und ausgewählter Charcuterie“, so Steinbrecher.

Den Küchenstil beschreibt Henrizi, der zuletzt als Küchenchef im Frankfurter Moriki tätig war und auch im atm für die Küche verantwortlich zeichnen wird, als „markfrische Bistroküche mit panasiatischem Einfluss“ – aber „ohne Chichi und Schäumchen“, so Henrizi, „darauf habe ich keine Lust mehr. Das war eine Zeit lang spannend, aber ist nicht meine Art, zu kochen. Ich mag es lieber einfach, geschmackvoll und produktorientiert.“ Die passenden Weinempfehlungen steuert Steinbrecher bei, der auf zwanzig Jahre Vertriebserfahrung in Sachen Wein und Gastronomieberatung zurückblicken kann und zuletzt in Zusammenarbeit mit Sommelier Kai Schattner diverse Weinclubs in China aufgebaut hat.




Edel, gemütlich und vieles selbst gemacht, die Einrichtung im atm. © srs

Im atm werde aber nicht „hochtrabend mit der Hand auf dem Rücken eingeschenkt und das Glas geschwenkt“, versichert auch Steinbrecher. Es soll locker zugehen, ohne klassischen Service und ständiges Nachschenken. Stattdessen hängen die Weinkühler am Tisch, um sich selbst zu bedienen, wenn einem danach ist. Ungestört genießen, ist die Devise. Als konzeptionelles Vorbild nennt Steinbrecher den Genuss-Shop von Sternekoch Johannes King in Keitum auf Sylt. King vereint dort gekonnt Bistro und Feinkostgeschäft unter einem Dach. Und so runden Steinbrecher und Henrizi ihr (Wein)-Bistro ebenfalls mit einem Deli im Eingangsbereich mit Gewürzen, Chutneys, Ölen, Wein und vielem mehr ab.

Produkte abseits des Mainstream

Ob in der Küche oder im Deli, der Fokus ist derselbe und das Speise-, Feinkost- und Weinangebot entsprechend konzentriert: „Wir interessieren uns für gute Produkte abseits des Mainstreams. Wir wollen nichts Uniformiertes anbieten, das man an jeder Ecke bekommt, sondern Dinge, hinter denen wir zu einhundert Prozent stehen, weil wir sie entweder selbst herstellen oder sie von Produzenten beziehen, die wir persönlich kennen“, sagt Steinbrecher. So kommt etwa das Olivenöl von Luigi Brunetti, der unter anderem früher das Restaurant Alter Haferkasten in Neu-Isenburg leitete und den Steinbrecher seit seiner Kindheit kennt. Ein anderes Beispiel sind BBQ- und Teriyaki-Saucen, die sie von Gourmet Leon, einer kleinen Manufaktur in Bensheim, beziehen, wo die Saucen nach Henrizis Rezeptur produziert werden.

Dabei ist der Shop mit Feinkost und Wein nicht einfach nur ein zusätzliches Serviceangebot, sondern eng mit der Küche verwoben. „Wenn ich beispielsweise einen Lachs mit Miso-Teriyaki-Sauce mache, und die Sauce unseren Gästen schmeckt, können sie die vorne für zu Hause mitnehmen“, erklärt Henrizi das Ineinandergreifen von Küche und Deli. Das Gleiche gilt für die Weine auf der Bistrokarte, die zugleich im Shop erhältlich sind – auch gekühlt. „Beim Weinsortiment konzentrieren wir uns auf kleinere, unbekanntere Winzer, bei denen die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen wie etwas das Weingut Hans Bausch aus dem Rheingau oder Jürgen Hofmann aus Rheinhessen“, fasst Steinbrecher zusammen. „Natürlich haben wir auch ein paar Kracher im Sortiment, große Gewächse und wuchtige Bordeaux-Weine. Aber teure Weine auf die Karte setzen, kann jeder. Wir können mehr“, betont Steinbrecher und schmunzelt.




Feine Weine und ausgewählte Feinkost – nicht nur für Weihnachten © srs

Von und für die Nachbarschaft

Steinbrecher und Henrizi kennen sich seit ihrer Schulzeit in Königstein. Zwar sind sie beruflich bislang getrennte Wege gegangen, doch die geteilte Leidenschaft für Fußball und die Frankfurter Eintracht hat die Jahre überdauert. Dabei war die Eintracht natürlich nicht der einzige gemeinsame Nenner. Wein und Kulinarik war eine weitere Schnittmenge, aus der heraus die zwei Freunde nun den Schritt in die Selbständigkeit wagen.

Heute leben die beiden im Nordend und Bornheim ganz in der Nähe des atm. Um ein Haar hätte es die beiden Gründer mit ihrem Bistro jedoch ins Westend verschlagen, wo sie eine andere Ladenfläche in Aussicht hatten. Umso größer ist nun die Freunde darüber, im Nordend zu eröffnen. „Wir fühlen uns hier richtig gut aufgehoben“, freut sich Steinbrecher und erklärt: „Einer der Gründe, warum wir uns fürs Nordend entschieden haben, ist die Lebendigkeit des Viertels. Frankfurt ist super international und das Nordend super familiär, und hier bündelt sich das alles.“ Außerdem sei die Nachbarschaft großartig, ergänzt Henrizi: „Die Leute sind von Anfang sehr interessiert gewesen, was hier passiert. Sie kommen rein, schauen sich um, stellen Fragen und helfen auch mit. Das ist schon etwas ganz Besonderes. Diese Ecke der Stadt passt einfach zu uns und dem Konzept.“

Am Samstag, 3. Dezember, um 11:30 Uhr wird nun eröffnet. Vorerst mit einer kleinen Speisekarte, Feinkost, weihnachtlichen Geschenkkörben und winterlichem Glüh-Sake zur Einstimmung, bevor es im Januar dann mit umfassenderer Speisekarte und wachsendem Weinsortiment in die Vollen geht.

atm, Nordend, Günthersburgallee 28, Mo-Sa 11:30-23 Uhr, So Ruhetag
 
2. Dezember 2022, 11.12 Uhr
srs
 
 
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