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Foto: © Masa
Foto: © Masa

Der Restauranttest der Woche

Masa

Masaru Oae, der zuletzt zum Küchen-Team von Meister Yoshizumi Nagaya im Düsseldorfer Sternerestaurant Nagaya zählte, hat nun sein erstes eigenes Restaurant eröffnet. Mit japanischen Klassikern und kreativer Fusion mischt Meister Oae die Frankfurter Konkurrenz auf.
Mit Masaru Oae hat sich innerhalb weniger Jahre bereits der dritte japanische Spitzenkoch am Main niedergelassen. Zuvor kochte Oae im Nagaya in Düsseldorf, geadelt mit einem Michelin Stern. Ob er diesen auch an den Main holen wird? In neun Gängen gibt es im Masa japanische Klassiker und manch nette Fusion-Idee. Nach dem Gruß aus der Küche begeistert uns ein Krebstatar mit Avocado und Hirse auf einem herrlich knackigen Buchweizen-Chip. Dazu serviert Oae zweierlei Spargel, einmal Ohitashi – also bissfest in Dashi-Brühe gegart – und einmal als Tempura auf Selleriepüree, klein gehackten Oliven und Erbsen. Der zweite Gang hat es in sich: acht kleine Vorspeisen-Happen darunter große Klassiker wie Yamamomo Pflaume und gegrillter Aal. Uns gefällt besonders der Matsukaze, ein Küchlein aus Hähnchenfleisch, das traditionell an Neujahr gegessen wird. Meister Oae hat es so nussig-rosinig angemacht, dass es uns überraschend an Christstollen erinnert. Gleich sechs Gänge im Menü drehen sich um Fisch und Meeresfrüchte. Die größten Highlights gibt es jedoch zum Ende. Neben wunderbar zartem Wagyu-Fleisch serviert Oae ein Mitbringsel aus dem Nagaya: Die Wasabi-Buttersauce löffeln wir pur, nachdem das feine Rind aufgebraucht ist. Eine Sensation ist das Sakura-Törtchen zum Dessert, in dem neben echten Kirschblüten und einem Kirschblatt unter anderem dunkles Schokoeis, weiße Schokolade und rote Bohnenpaste für einen himmlischen Vielklang feinster Naschereien sorgen. Wir sind selten von Desserts richtig begeistert, heute sind wir komplett weggeblasen. Bemerkenswert ist auch die Weinbegleitung. Die fein austarierte Auswahl aus deutschen und französischen Weinen sowie Sake gehört zu den besten, die wir seit Jahren kosten durften. Große Tropfen von kleinen Namen, biodynamische Franzosen und, trotz reichlich Fisch im Menü, kein einziger Riesling – erfrischend! Vor der Konkurrenz muss Meister Oae keine Angst haben. Mit eigenen Akzenten wird er die Freunde japanischer Küche schnell auf seiner Seite haben. Zumindest wünschen wir ihm das, denn bei unserm Test war das Restaurant noch verdammt leer – Prognose: das wird nicht lange Geheimtipp bleiben.
 
2. August 2021, 10.00 Uhr
Theo Blumen
 
 
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