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Küchengeflüster

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Walter Schwarz wird 86 – und veröffentlicht Frankfurter Katalog

Kein Buch zum Schmökern, aber dennoch unersetzlich für alle Freunde historischer und aktueller Kochbücher: Bringt der "Frankfurter Katalog" das ersehnte Kochkunstmuseum wieder einen Schritt näher?
Vertreter der Presse, der Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft, der Gastronomischen Akademie Frankfurts und des Verlags Gebrüder Kornmayer hatten sich am 17. März zur Mittagszeit in der Frankfurter Villa Bonn eingefunden, um dem Autor zahlreicher kulinarischer Publikationen nicht nur zu seinem neuesten Werk, dem "Frankfurter Katalog", sondern auch zu seinem Ehrentag (86. Geburtstag) sowie zu seiner 50. jährigen Zugehörigkeit in der Gastronomischen Akademie Deutschlands (GAD) die Ehre zu erweisen.

Evert Kornmayer, Verleger des Autors und Jubilars, dankte ihm für die jahrelange Arbeit an dem Werk und für den Verdienst um das kulinarische Gedächtnis und Vermächtnis für die Stadt Frankfurt am Main. Der Frankfurter Katalog ist bereits das dritte Werk, welches in der "Edition Museum für Tafelkultur" erschienen ist. Diese Edition hat es sich zum Ziel gesetzt, an des Frankfurter Kochkunstmuseum zu erinnern, welches Frankfurt am Main eine Vorreiterrolle in der europäischen Kochkunst einbrachte und welches 1945 unterging.

Der Jubilar Walter Schwarz hat nicht nur bei allen Werken dieser Edition mitgewirkt, sondern betreut heute noch als "Leiter des Museums für Tafelkultur" den großen Schatz an historischen und modernen Kochbüchern. Der FRANKFURTER KATALOG stellt die Entwicklung des Kochbuches in der Stadt Frankfurt am Main in einem Zeitraum von über 500 Jahren dar.

Geschichtlich gesehen ist die Kochkunst eine der ältesten Künste überhaupt. Mit Beginn der Renaissance und der späteren Weiterentwicklung des Buchdrucks nach Johann Gutenberg entwickelte sich eine Berufssparte, die durch die Drucker und Verleger Christian Egenolff und Sigmund Feyerabend in Frankfurt im Bereich der Koch- und Medizin- Literatur stark beeinflusst wurde. Als Folge der in Frankfurt ansässigen Drucker und Verleger wurden daraus bereits seit dem 16. Jahrhundert Buchmessen in Frankfurt veranstaltet. Frankfurt war in den Jahren ab 1500 bis heute ein Ort vieler kreativer Entwickler, Drucker und Verleger dieser Literatursparte, so dass es nicht erstaunlich ist, dass auch das erste Kochkunstmuseum der Welt überhaupt 1909 in Frankfurt am Main entstand, gegründet von dem lange vorher schon bestehenden Internationalen Verband der Köche.

Leider ist dieses 1944/45 untergegangen, jedoch hat W. Schwarz es bewerkstelligt, mit Hilfe eines Fördervereins und vieler privater Spender eine ansehnliche Sammlung von etwa 12.000 Koch- und sonstigen Büchern der Tafelkultur, als Nachfolge der verschollenen, überaus wertvollen Bibliothek wieder zusammenzutragen. Diese Sammlung befindet sich jetzt als Dauerleihgabe in den Händen der Bibliothek Johann Christian Senckenberg der Universität Frankfurt am Main zur Konservierung und Signierung, um späteren Generationen und evtl. Erbauern eines neuen Museums für Tafelkultur zur Verfügung zu stehen.

Das vorliegende Buch, das der Autor dieser Stadt und seinen Bürgern widmet, möchte eine Brücke schlagen von den anfänglichen Versuchen, die Kochkunst anhand von entsprechender Literatur zu verbreiten bis hin zu Haushaltsbüchern des 19. Jahrhunderts von Frankfurter Frauen wie z. B. Wilhelmine Schlienbecker oder Wilhelmine Rührig. Wirkliche Rezeptbücher, die auch Herstellung von Speisen aufzeigen, die es in früheren Jahrhunderten so nicht gab, sind aus dieser Entwicklung hervorgegangen.
 
20. März 2011, 13.24 Uhr
 
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