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Sapôres – Sàigòn Street Food
 
Top-Themen Genusswoche
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Vietnamesische Straßenküche für die Kaiserstraße
Foto: Duc Nguyen
Foto: Duc Nguyen
Die Doan-Brüder haben am Hauptbahnhof ihr erstes eigenes Restaurant eröffnet. Zuvor hatten die drei Perfektionisten sich über Jahre akribisch vorbereitet.
Es begann mit drei Brüdern und einem Traum: Duy, Vuong und Khai Doan wollten unbedingt ein eigenes Restaurant eröffnen. Die drei Brüder sind in Frankfurt aufgewachsen. Ihre Eltern kamen mit der Cap Anamur als Flüchtlinge nach Deutschland. Alle drei haben große Abschlüsse außerhalb der Gastronomie errungen: Duy, mit 37 der Älteste, ist Bankfachwirt mit einem Abschluss von der Frankfurt School of Management, der 34-Jährige Vuong Doan ist Diplom-Ingenieur und Khai Doan (31) hat grade seinen Master in Management gemacht. Alle akademischen Ehren konnten ihrem großen Traum jedoch nichts anhaben, die vietnamesische Küche, so wie sie sie bei den Eltern kennengelernt haben, nach Frankfurt zu bringen. Jetzt haben sie auf der Kaiserstraße ihr „Sapôres – Sàigòn Street Food“ eröffnet.

Duy Doan ist überzeugt, dass die vietnamesische Küche auf dem Gastro-Globus nach China, Japan und Thailand das nächste große Ding werden kann: „Die vietnamesische Küche ist sehr leicht, die Zutaten und die Frische sind einfach sofort zu schmecken.“ Deshalb beziehen die drei ihr Obst, Gemüse und Fleisch auch aus der Region. „Es war uns wichtig, unsere Lieferketten genau kennen zu lernen“, berichtet der älteste Bruder. Überhaupt hatten die drei sich mustergültig vorbereitet: Fünf Jahre lang haben sie recherchiert und geplant.



Alle drei haben dafür unter anderem fleißig bei der Konkurrenz gejobbt. Der Älteste hat neben seinem Beruf bei der Bank bei den Kollegen von coa gelernt, der Jüngste war monatelang bei MoschMosch unterwegs. „Das sind die erfolgreichen Gastro-Konzepte“, urteilt Duy Doan. „Das Ambiente bei Sapôres soll simpel, locker und lässig sein – im Hintergrund ist aber alles genau ausgetüftelt.“ Bis runter zu den Laufwegen in der Küche haben die drei ihr Lokal durchgeplant. Allein die Renovierung hat sich über mehrere Monate hingezogen. Am Ende trafen vietnamesische Improvisationslust auf deutsche Behördengründlichkeit. Auf die Genehmigung, auch draußen Tische aufzustellen, warten die Drei heute noch. Bis dahin wird innen gespeist. Und dort ist es dank der komplett zu öffnenden Tür trotzdem luftig und der handgemalten Wandzeichnungen, die an vietnamesische Straßenszenen angelehnt sind, auch ganz gemütlich.

Der Schwerpunkt der Karte liegt auf der südvietnamesischen Küche. Highlight sei das Bò lúc lắc, schwärmen die Brüder. Dabei handelt es sich um im Wok geschwenktes Entrecôte, welches vorher über 24 Stunden mariniert wurde. Serviert wird das auf einem leichten Feldsalat mit frischen Tomaten und Rind. Das Gericht kennen die drei von ihrem Vater. Von der Mutter haben sie sich dagegen bei der Pho helfen lassen. Diese spezielle Suppe muss besonders lange ziehen, weshalb die Vorbereitungen in der Küche stets schon am Abend vorher beginnen. Ob sich die viele Mühe und Vorbereitung auch gelohnt haben, erfahren Sie in der Ausgabe 13 des Journal Frankfurt, da haben wir die Neueröffnung nämlich auch getestet.

Sapôres – Sàigòn Street Food, Kaiserstraße 72, Bahnhofsviertel, Tel. 27227873, Mo-Do 11.30-22, Fr & Sa 11.30-23, So 15-21 Uhr

29. Mai 2017
Jan Paul Stich
 
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