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Dennis Rimontis Via Monte Napoleone
 

Top-Themen Genusswoche

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Zeitgemäß italienisch

Foto: Jan Stich
Foto: Jan Stich
Italienisches Design ohne Bling Bling, Boutique-artig, smart casual – der neue Italiener im Westend schickt sich an, das italienische Restaurant neu zu erfinden.
Die Via Monte Napoleone im Zentrum von Mailand gilt als eine der teuersten Einkaufsmeilen Europas. Von Armani bis Versace haben alle wichtigen Modehäuser Italiens hier ihre Boutiquen. Trotz der Strahlkraft dieser Marken konnte die von Altbauten gesäumte, enge Gasse sich einen gemütlich-handwerklichen Charme bewahren. In Frankfurt gibt es jetzt auch ein Via Monte Napoleone. Nein, nicht die Zeil und auch nicht die Goethestraße, sondern an der Bockenheimer Landstraße. Schräg gegenüber von Block House hat Dennis Rimonti, der Erfinder und ehemalige Eigentümer von Lella Mozzarella, gemeinsam mit Adnan Sejfic sein neues Restaurant eröffnet – und dieses trägt den Namen der Mailänder Prachtstraße: Via Monte Napoleone.

„Wir sind kein Edel-Italiener.“ Dennis Rimonti spricht ganz langsam und deutlich. Es ist ihm wichtig. Nach vorne gelehnt sitzt er auf einem bequemen Sofa im vorderen Bereich seines neuen Lokals. Neben ihm fläzt sich sein Geschäftspartner Adnan Sejfic in das Polster. Das elegante Muster auf dem Stoff passt zu den feinen Anzügen der beiden Gastronomen. Diese vordere Hälfte des Via Monte Napoleone erinnert an eine Hotellobby. Tiefe Sessel und eine große Bar laden zum loungen ein. Der hintere Bereich ist wie ein Restaurant eingedeckt, gehoben, aber ohne Tischwäsche.

Obwohl er selbst reichlich Erfahrung in der Branche hat, sein Vater führt seit 50 Jahren das Bistro Salvatore, hat Rimonti sich reichlich Unterstützung geholt. Für die 14-monatige Entwicklungsphase konnte er den Produktentwickler gewinnen, der auch schon die Konzepte für Franziska, Krazy Kraken und Mon Amie Maxie mitentwickelt hat. Rimonti und Sejfic wollen eine eigene Nische in der Frankfurter Restaurantlandschaft finden. Italienisches Design ohne Bling Bling, Boutique-artig, smart casual. „Jeder Kellner agiert als Gastgeber“, erklärt Rimonti. „Unser Essen ist nicht sahnig, nicht schwer überbacken, sondern leicht. Wir bieten auch glutenfreie und vegane Optionen.“ Zeitgemäß italienisch nennen sie das.

Besonders stolz sind die beiden auf ihren Pasta-Produzenten, den sie über Instagram gefunden haben und aus New York nach Frankfurt abwerben konnten. Der Personalmarkt in der Gastromonie sei angespannt, aus Angst vor Abwerbeangeboten wollen die beiden den Namen nicht verraten. Seine Teigkunst ist ein wichtiger Teil ihres Konzeptes. „Wir servieren Produkte, die man kennt, aber besonders“, fasst Rimonti zusammen. Die Carbonara kommt dann mit violetten Pappardellen und Baby-Calamari statt Speck. Die Tortelli Rossi haben ihre prächtige Farbe dank Rote-Bete-Mehl. Sie werden simpel in einem Kalbsfonds aufgetischt. „Es geht um die reine Tortellini“, schwärmt Rimonti. „Wir pushen es jetzt nicht, aber unser Mehl ist Bio, viele Produkte sind sogar von Demeter, das ist unser Qualitätsanspruch.“ Das Soft Opening hat bereits begonnen. Gegen Ende Oktober soll es dann so richtig losgehen.

Via Monte Napoleone, Westend, Bockenheimer Landstraße 55, Mo–Sa ab 18 Uhr, Tel.: 27275561
 
30. September 2019
Jan Paul Stich
 
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