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Abriss statt Kunst
 

Auf und Zu

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Frankfurter Kleinod vor dem Aus

Foto: Frankfurter Art Bar
Foto: Frankfurter Art Bar
Letztes Wochenende hatte die Frankfurter Art Bar auf dem Ziegelhüttenweg zum letzten Mal die Türen geöffnet. Am 17. November muss die Location geräumt sein. Ein großartiges Konzept ist erst einmal am Ende. Was dann?
Überraschend kam es zwar nicht, aber ein Schock war es schon, sagt Inhaberin Janice Young: „Ich hatte gehofft, bis Ende des Jahres bleiben zu können. Am 11. November hätten wir Neunjähriges gehabt!“.

Die Frankfurt Art Bar (FAB) auf dem Ziegelhüttenweg in Sachsenhausen war ein Treffpunkt für kreative Köpfe, die hier ihre Ideen auf der Bühne zum Ausdruck bringen konnten. Jetzt soll alles vorbei sein. Schon vor zwei Jahren bekam das Lokal die Kündigung, doch davon ließ sich niemand unterkriegen. Der ehemalige Vermieter wollte das Gebäude weiter verkaufen, bis ein neuer Besitzer gefunden war, durften Young und ihr Team allerdings bleiben. Bis zu diesem Zeitpunkt stand auch noch nicht fest, was mit den Räumlichkeiten nach dem Verkauf passieren werde. Dann ging es Schlag auf Schlag: Der neue Eigentümer wollte das Haus frei haben. Ende September bekam Young von der Verwaltung Bescheid, dass die Räumlichkeiten in zwei Wochen geräumt sein müssen. Nach etlichen gescheiterten Versuchen, den neuen Vermieter in Erfahrung zu bringen, bekam die Frankfurt Art Bar immerhin zwei weitere Wochen und muss jetzt bis zum 17. November das Feld geräumt haben.

Nicht nur die Tatsache, dass sie aus der gewohnten und lieb gewonnenen Umgebung ausziehen müssen, bedrückt die Inhaberin. „Wir finden einfach keinen Laden, der passt. Immer stört irgendetwas“, so Young. Doch selbst wenn die Location mal passt, bleibt oftmals das Problem, dass die Location wegen der Musikveranstaltungen nicht in Wohngebiete ziehen kann. In ein Industriegebiet umzusiedeln kommt nicht in Frage, Frankfurt ganz zu verlassen erst recht nicht. Warum? Weil die Frankfurt Art Bar nach Frankfurt gehöre und für ihre Gäste erreichbar bleiben soll, erklärt Young. Und dieses Engagement wird gewürdigt: Nicht nur mit ihrer Sammlung der Unterschriften gegen die Schließung der Bar haben die Besucher der Bar bewiesen, dass ihnen etwas an diesem Kleinod liegt. Auch darüber hinaus helfen Gäste bei der Suche nach einem neuen Standort. Immer wieder bekommt Young Tipps, wo sie neu eröffnen könnte: „Ich bin dafür so dankbar und gehe jedem Hinweis nach, egal wie klein die Chance ist. Irgendwo warten die richtigen Räume auf uns, wir müssen sie nur noch finden!“

Sobald diese Räume gefunden sind, soll sofort renoviert und umgezogen werden, damit schnellstmöglich wieder eröffnet werden kann. Dann werde es auch wie gewohnt weitergehen, sowohl Name als auch Programm sollen übernommen werden. Young hofft, im Februar 2015 wieder loslegen zu können. Die gelernte Köchin trauert nicht zuletzt um die Möglichkeiten für Musiker, sich in der Art Bar präsentieren zu können. Für viele junge Talente ist dies ein wichtiger Schritt und eine wunderbare Gelegenheit, vor Publikum zu spielen. Nicht zufällig standen die Künstler am letzten Abend Schlange, um noch ein letztes Mal auf der Bühne stehen zu dürfen.

Young ist trotz allem optimistisch. Die Abrissgenehmigung ist zwar nicht wegzumusizieren, ihrer Erfahrung nach geht es aber immer irgendwie weiter: „Die Kunst findet einen Weg.“
 
12. November 2014, 10.45 Uhr
Christina Kinter
 
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