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Alle Jahre wieder

Nieder mit der Crashdiät

Der Sommer ist da – und mit ihm mahnende Artikel und TV-Beiträge, die einem nahelegen, sich doch bitte noch schnell eine ansehnliche Bikinifigur zuzulegen. Wahnwitzige Last Minute-Diäten inklusive.
Auf den Sommerurlaub freuen wir uns das ganze Jahr – Sonne satt und Entspannung pur. Das Vorprogramm zum heißersehnten Urlaub sieht allerdings nicht so locker aus. Sämtliche TV-Sendungen und Lifestyle-Magazine kennen nur noch ein Thema: Die Bikinifigur muss her und zwar schnell – am besten schon morgen. Eigentlich unmöglich, trotzdem will man uns weißmachen, dass es ganz einfach geht, wenn wir uns nur einer der zahlreichen Diäten unterziehen – und die haben es in sich.
Da wäre zum Beispiel die Babybrei-Diät: Zwei Wochen darf man nur noch Püriertes essen. Das heißt auch ein leckeres Rinderfilet mit gebratenem Gemüse fällt dem Pürierstab zum Opfer - da geht jedes sinnliche Geschmackserlebnis flöten, das Auge isst schließlich mit. Diese Diät hat aber auch ihr Gutes: Wer hat schon noch Lust auf Burger und fettige Pommes, wenn sie als undefinierbarer, matschiger Einheitsbrei auf dem Tisch stehen?
Auch bei der nächsten Crashdiät bekommt man nichts Festes zwischen die Zähne – drei langweilige Shakes am Tag müssen reichen, zusätzlich darf man sich manchmal auch ein klares Süppchen gönnen – während man in Gedanken den ganzen Kühlschrank leer isst. Die große Heißhunger-Attacke wird nicht lange auf sich warten lassen.
Und dann sind da natürlich noch die Diäten, die einem alles verbieten, was Spaß macht: Kohlehydrate sind verboten – natürlich -, echt unlustig ist aber, dass man auch kein Obst essen darf. Wer sich für diese Diät entscheidet, wird höchstwahrscheinlich die nächsten Wochen wegen akutem Energiemangel in den Seilen hängen und ziemlich einsam sein: Keiner will mit einem salatknabbernden Miesepeter abhängen. Ausreichend Zeit für die Pflege sozialer Kontakte dürfte sowieso nicht bleiben, weil zur Diät auch noch ein striktes Sportprogramm gehört – mindestens eine Stunde täglich ist Pflicht. Aber Joggen oder Radfahren gilt nicht, es müssen die knallharten Fitnessübungen verrückter amerikanischer Star-Trainer sein, bei denen man schon mal auf einem Stuhl stehend Arme und Beine von sich strecken muss. So gesehen endet man jeden Abend nicht nur todmüde im Bett, sondern womöglich auch noch im Krankenhaus.
Nicht unerwähnt bleiben soll der Klassiker unter den Crashdiäten: die Kohlsuppen-Diät. Die gute Nachricht ist, dass man so viel Kohlsuppe essen darf, wie man will, Die schlechte: Sonst gibt es nichts zu futtern. Sicher, die Pfunde werden zunächst purzeln - wer kann denn schon wochenlang literweise Kohlsuppe in sich reinschaufeln?! -, aber die Freude darüber dürfte von kurzer Dauer sein: Erstens werden selbst liebe Freunde ab sofort einen großzügigen Sicherheitsabstand einhalten, denn: Wer nur noch Kohl isst, riecht auch so. Zweitens – und das gilt für fast alle „Wunder“-Diäten – ist die Ernährung so einseitig, dass man sich nachts schneller vor dem Kühlschrank wiederfindet als einem lieb ist und mindestens die Kilos wieder zunimmt, die man sich so mühsam vom Leib geschafft hat. Also wozu das Ganze?
 
4. Juli 2011, 08.00 Uhr
Anke Uhl
 
 
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