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Foto: Helena Heilig
Foto: Helena Heilig

Pandemie-Kunstprojekt macht Halt im Schönemann

„Wirte im Lockdown“

Das Kunstprojekt „Wirte im Lockdown“ porträtiert seit März 2020 verwaiste Gaststuben und ihre Wirte und Wirtinnen in ganz Deutschland. Nun machte es auch im Frankfurter Restaurant Schönemann halt.
Wo vor der Pandemie geschäftiges Treiben und geselliges Beisammensein herrschte, ist Stille eingekehrt: Für Hotels und Restaurants war 2020 ein schwieriges Jahr, der anhaltende Lockdown im neuen Jahr sorgt immer noch für geschlossene Türen. Lediglich das Übernachten von Geschäftsreisenden, Take-away und die Lieferung von Essen sind möglich und sorgen für ein wenig Umsatz. Um dieser Stille zu begegnen, hat die Münchner Fotografin Helena Heilig zusammen mit der Journalistin Susanne Fiedler das Ausstellungsprojekt „Wirte im Lockdown“ ins Leben gerufen. Die Idee dahinter ist, dass das Kollektiv Wirte und Wirtinnen in ihren verwaisten Gaststuben aufsucht, porträtiert und persönliche Interviews führt. Fiedler und Heilig unternehmen so den Versuch, die Vollbremsung einer kompletten Branche zu dokumentieren und dieser ein Gesicht zu verleihen.

Begonnen hat das Projekt bereits während des ersten Lockdowns im März 2020, damals noch auf München begrenzt. Bald zog es jedoch überregionale Kreise, bis es vergangene Woche auch in Frankfurt – im Restaurant Schönemann im Sofitel Hotel – Station machte. Fotografiert wurde hier Restaurant-Chef Marc-Oliver Herbert, der im Interview über die Bedeutung des Lockdowns für ihn und das Team des Restaurant Schönemann spricht: „Für unsere Gäste nicht kochen zu dürfen, bedeutet für mein Team und mich, unsere Kreativität auf dem Teller nicht ausleben zu können. Zum Stillstand gezwungen zu sein, heißt viel Geduld aufzubringen, aber auch die Zeit für die Zukunft zu nutzen.“

Auch für Steffen Opitz, General Manager des Sofitel Frankfurt Opera, hat das „Wirte im Lockdown“-Projekt eine solidarische Bedeutung: „Teil dieses tollen Projektes zu sein, ist eine solidarische Verbindung der Gastronomie, entwickelt aus einem regionalen Projekt, gewachsen zu einem deutschlandweiten Projekt.“ Es bringe zum Ausdruck, wie sehr alle Gastronomen:innen ihre Gäste vermissen sowie das Bedürfnis, die leeren Gasträume wieder belebt zu sehen. „Trotzdem geht davon die Hoffnung aus, bald wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren zu dürfen“, sagt Opitz.

Coronabedingt war bis jetzt die Ausstellung des Fotoprojekts nicht möglich, dies soll laut Initiatorinnen aber bald nachgeholt werden. Über die Webseite www.wirte-im-lockdown.de oder die gleichnamige Facebook-Seite können Interessierte jedoch vorab alle bisher erstellten Fotografien einsehen.
 
1. Februar 2021, 12.53 Uhr
Margaux Adam
 
 
Fotogalerie:
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