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Backschaft

Das Offenbacher Mainufer liegt fast vollständig im Dunkeln, als wir von der Stadtmitte zum Fluss hinunterlaufen. Die großen illuminierten Lettern des Restaurantnamens „Backschaft“ leuchten in den Abend und weisen uns den Weg zum historischen Kahn auf dem Main. Das neue Bar/Restaurant-Projekt von Inhaber Gunnar Ohlenschläger und Betriebsleiter Marco Sönke ist schon von außen ein Hingucker, aber das Bootsinnere überzeugt noch mehr: Liebevoll und mit viel Sinn fürs Detail hat das Team den 112 Jahre alten Kahn saniert und renoviert. Das gute Stück schipperte zu Anfang des letzten Jahrhunderts durch Potsdam und Berlin und wurde in den 90er-Jahren als Ausflugsdampfer genutzt, bis es schließlich ausgedient hatte. Nach einer Jungkur ist es nun wieder flott wie eine junge Schaluppe. Ebenso flott ist auch Betriebsleiter Marco Sönke zur Stelle und begrüßt uns an der Tür – leider nicht ganz so herzlich, wie wir es uns gewünscht hätten. Nachdem er unsere Reservierung geprüft hat, stellt der Gastronom nüchtern fest: „Ihr seid zu spät, leider haben wir jetzt gerade nichts mehr frei!“ Das stimmt so nicht, wir hatten dem Kollegen Ohlenschläger schon nachmittags telefonisch mitgeteilt, dass es bei uns eine halbe Stunde später würde. Leider hat das anscheinend nichts genützt und wir werden hinunter in die Bar geleitet, in der wir warten können, bis unser Tisch fertig ist. Die Zeit vertrösten wir uns im sehr gemütlichen Ambiente inklusive Öfchen im Rumpf des Schiffes mit einem frischen Basil Smash (9 €) und intensivem, wenngleich etwas zu süßem Lord Nelson, gemixt aus Brandy, Zitrone, Cointreau, Portwein und garniert mit Grapefruit-Zeste und Rosmarin (9 €). Bei der Nachfrage, wie es uns mundet, schlägt der freundliche Service prompt vor, noch einen Spritzer Zitrone hinzuzugeben und wir sind zumindest am Gaumen glücklich. Beim letzten Schluck werden wir schließlich abgeholt und in den Gastraum an unseren Tisch geführt. Der sehr aufmerksame und lustige Service im feschen Maats-Frack und mit Zwirbelbart nach Art von Kaiser Wilhelm ist wohl nie um einen flotten Spruch verlegen und begrüßt uns herzlich: „Willkommen an Bord!“ Zum Entrée gibt es knuspriges Brot mit frischem Kräuter-Quark-Dip, gefolgt vom Gruß aus der Küche in Form von Tatar vom Taunus-Ochsen und pochiertem Lachs an Tomaten-Gel auf knusprigem Baguette. Eine Flasche Wasser (0,75 l zu 6,50 €), gefälliger Grauburgunder aus der Pfalz (0,2 l zu 7,50 €) sowie fruchtiger Riesling von der Mosel werden zügig an den Tisch gebracht. Beim Blick in die ansprechende Speisekarte entscheiden wir uns einmal für das Drei-Gänge-Menü zu 46 € und ordern zudem noch à la carte. Die Vorspeise aus dem Menü ist nicht nur für das Auge eine wahre Freude: Der confierte, zarte Ijsselmeer-Zander schmiegt sich, umrahmt von würziger Tannenspitzen-Mayonnaise, Tropfen süßer Cranberry-Konfitüre, Wildkräutern und kräftigen Buchenpilzen, in eine hübsche Emaille-Schale. Auch die Flugente (16 €) von der Karte ist äußerst gelungen: Das zarte Fleisch passt wunderbar zu knackigem Rotkohl, Senf-Espuma und knusprigen Kartoffelkrokant – warm hätte der Gang allerdings noch besser gemundet. Wir lehnen uns zurück und genießen die außergewöhnliche Atmosphäre. Im gemütlichen, von Holz und Messing geprägten Gastraum herrscht lebhaftes Stimmengewirr. Die große Dachluke und viele andere Fenster aus alten DDR-Bahnwaggons bieten einen schönen Blick auf den Main, in der offenen Kombüse wird unterdessen fleißig gewerkelt und unser Hauptgang soeben fertiggestellt: Das Duett vom Weiderind ist wunderbar zart, harmoniert ausgezeichnet mit leicht nussig-süßem Schwarzwurzel-Püree, knackig eingelegtem Hokkaido-Kürbis und knuspriger Röstzwiebel. Dazu wird uns passend die kräftige Rotwein-Cuvée Porcheria aus dem Veneto gereicht (0,1 l zu 5,50 €). Beim À la carte-Gericht fällt unsere Begeisterung mäßiger aus: Die Perlhuhnbrust schmeckt etwas wässrig und fad, das Aroma des Wildpreiselbeeren-Spiegel ist zu dominant und auf den Spitzkohl hätte man verzichten können – der Selleriestampf dagegen ist wunderbar cremig. Das Dessert überzeugt dann aber wieder voll und ganz: Sehr farbenfroh und hübsch angerichtet mit Himbeeren und Kapuzinerkresse, verbindet sich wunderbar schokoladiger, weicher Klabauter-Schokokuchen perfekt mit cremigem Topfenrahmeis und Weizenkaramell und auch der winterliche Sorbet-Teller mit Orangenschmand und Passionsfrucht (9??€) von der Karte ist so erfreulich wie erfrischend. Zum Abschied weht uns noch ein herzliches „Kommt gut von Bord!“ hinterher und wir verschwinden in die Nacht. Ein schöner Abend und ein tolles Konzept – mit etwas Luft nach oben.
Adresse: Mainstraße / Parkplatz Messe , 63067 Offenbach am Main
Telefon / Vorverkauf: 069/8007070 /
Mail: ahoi@backschaft.com
Home: http://www.backschaft-offenbach.de
Open: Mo/So Ruhetage, Di–Sa 17.30–24 Uhr
Parken: eigene
RMV: Marktplatz
Behindertengerecht: Nein
 

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14.5. 18.00 Uhr
 
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