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Emma Metzler

Jung, frisch, Emma Metzler
Nach knapp einem Jahr Umbau hat das Restaurant Emma Metzler wieder
neu eröffnet — der junge Küchenchef Anton de Bruyn bringt gemeinsam mit seinem Team frischen Wind ans Mainufer.

Wer noch vor einem Jahr das Restaurant Emma Metzler besuchte, konnte sich auf drei Dinge gefasst machen: Edles Ambiente, Spitzenküche und gehobene Preise. Vorab sei gesagt: Eine spitzen Küche gibt es hier immer noch. Das Ambiente aber hat sich geändert. Jünger, frischer – genau wie der Küchenchef, sein Team und seine Ideen. Zu letzteren gehören auch die Preise. Und die sind durchaus moderat: Lässt man es sich zu zweit gutgehen, kommt man hier an einem Abend unter 100 Euro raus. „Wir wollen einfach eine entspannte Atmosphäre bieten und gutes Essen abliefern“, betonte de Bruyn kürzlich bei der offiziellen Vorstellung des Konzepts.Viele seiner Ideen hat er aus dem Clove Club London, seiner letzten Station, mitgebracht. Eine davon, die er zusammen mit seinem Team aus drei weiteren Köchen umsetzen möchte, ist zum Beispiel, die Speisen auf der Karte nachhaltig zu planen. „Wir möchten im besten Fall immer das ganze Tier für unsere Gerichte verwenden“, sagt der Koch. Ihm ist sowohl der faire Umgang mit seinen Händlern als auch der ökonomische Faktor für Restaurant und Erzeuger wichtig. Deshalb ordert der Koch jede Woche zehn Hühnchen bei Bauer Mann aus der Kleinmarkthalle. Mit dieser Menge kann der Verkäufer planen und de Bruyn kann es auch. Die größeren Teile werden für Hauptgerichte verwendet und die kleineren Fleischstücke kommen zum Beispiel beim Hühnchen als Kroketten an den Tisch. Und sind die Zutaten dann doch irgendwann einmal aufgebraucht, denkt sich das junge Team einfach etwas Neues aus und ändert die Speisekarte dementsprechend. Der Fokus wird aber immer auf saisonalen Produkten aus der Region liegen, deren Frische und Nähe der Besucher am Geschmack erkennen soll. De Bruyn ist es wichtig, dass die Produkte ohne viel Schnickschnack, sondern in ihrer Einfachheit auf den Teller kommen. Und das gelingt: Die von uns als Vorspeise georderte Bärlauchsuppe (7 €) strotz nur so vom intensiven Geschmacks des Krauts, ist wunderbar cremig und bekommt durch die gerösteten Graupen als Einlage Biss. Auch das Rindertatar (13 €) mit süßlichen roten Zwiebeln und knackigem, leicht bitterem Radicchio ist eine sehr gute Wahl, wenngleich das Gericht noch etwas mehr Salz vertragen hätte. Zu den Vorspeisen ordern wir zusätzlich noch das unglaublich knusprige, aber dennoch saftige, selbst gebackene Sauerteigbrot (3 €) mit gesalzener Butter und Schmalz. Das sollen Gäste hier in Zukunft auch für zu Hause erwerben können.

Zur Hauptspeise, dem Entrec?te vom Vogelsberger (250 g/29 €) mit cremigem Topinambur-Püree und knackigem Mangoldgemüse, empfiehlt der aufmerksame Service einen Wein, der es locker mit dem scharf angebratenen, aber dennoch zarten Fleisch aufnehmen kann: Die biodynamisch produzierte Cuvée „Source“ (0,15 l/
6 €) ist angenehm kräftig und hinterlässt am Gaumen eine Spur von Waldbeeren. Ausgeschenkt werden in der Emma Metzler hauptsächlich Bio-Weine und Tropfen von jungen Winzern in einer ungewöhnlichen Menge: 0,15 Liter. Auch eine Idee, die de
Bruyn aus London mitgebracht hat, die in anderen Ländern schon Gang und Gäbe ist und für ihn viel logischer sei, da sich die Menge bei einer handelsüblichen 0,75-Liter-Flasche viel leichter kalkulieren ließe. Preislich habe man die Menge einfach runtergerechnet und so ist das günstigste Glas ab 4,50 Euro zu erwerben. Der gefällige, frische Weißburgunder (0,15 l/6 €) vom Weingut Gaul aus der Pfalz ist zwar etwas teurer, harmoniert aber hervorragend mit den Ricottagnocci (16 €) und dem leichten Raucharoma der gerösteten Austernpilze sowie Steinchampignons. Während wir auf den Nachtisch warten, schauen wir uns etwas im Gastraum um. Auffällig: Das Publikum ist jünger als noch vor ein paar Jahren. Nicht nur das Publikum hat sich verändert, sondern auch das Interieur. Auch hier hatte de Bruyn, der aus einer gestalterischen Familie stammt und dessen Vater ein Designbüro in Frankfurt leitet, mit seinen Vorstellungen großen Einfluss. Genau den sowie den Architekten Benjamin Jourdan holte er sich prompt für die Inneneinrichtung ins Boot. Das Ergebnis ist ein offener, aber dennoch gemütlicher Gastraum, dessen Elemente wie etwa Kommoden und Regale sich bei Bedarf verschieben lassen, so dass immer wieder neue Raumkonzepte geschaffen werden können.

Aber zurück zum Essen, denn just in diesem Moment erreicht uns die anbetungswürdigste Schokoladentarte (3 €), die wir jemals gegessen haben und wir sind denn auch wahnsinnig traurig, als wir den unglaublich schokoladigen, leicht karamelligen Kuchen förmlich eingeatmet haben. Aber da ist ja auch noch die Williams-Birne (7 €), ummantelt von Amaranth auf weißer Schokolade – Glück gehabt! „Junge frische Bistroküche“ nennt der 28-jährige Küchenchef Anton de Bruyn sein Konzept charmant. Ebenso charmant finden wir, dass beim neuen Konzept auch ganz bewusst der Park mit einbezogen werden soll und deshalb auf die niedrige Mauer, die das Restaurant vom öffentlichen Raum trennt, Flickenteppiche gelegt werden, so dass sich Gäste bei gutem Wetter mit einem Wein auch dorthin fläzen können. Eine schöne Idee – ob er die wohl auch aus London hat? Da regnet es doch bekanntlich immer …
Adresse: Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main
Telefon / Vorverkauf: 069/83040094 /
Mail: info@emmametzler.de
Home: http://www.emmametzler.de
Open: Mo Ruhetag, Di–Sa 12–23 Uhr, So 12–18 Uhr
Parken: eigene
RMV: Eiserner Steg
Behindertengerecht: Ja
 

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6-Gänge-Menü mit Zutaten vom Permakulturhof, Anmeldung erforderlich, Klimagourmet-Festival – Details
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