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Genuss Magazin Frankfurt Winzerportrait
Vom verschlafenen Winkel zu
 
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Vom verschlafenen Winkel zum Hotspot
Foto: Weingut Bremer
Foto: Weingut Bremer
Das Zellertal im Nordwesten der Pfalz hatte in den vergangenen Jahren niemand auf dem Radar, wenn es um Spitzenweine ging. Nicht einmal als Geheimtipp wurde dieser verschlafene Winkel gehandelt – geradezu emblematisch steht das Weingut Bremer heute für die Renaissance dieser wunderschönen Gegend!

Das Frühlingserwachen dieser einst durchaus renommierten Region geht einher mit der Übernahme von Weingütern durch die jüngere Generation. Oder, wie beim Weingut Bremer, durch einen Besitzerwechsel. Das altehrwürdige Weingut Herr, das noch zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts seinen Spitzenriesling Schwarzer Herrgott an das Adlon in Berlin lieferte, erlebt unter den neuen Eigentümern einen geradezu atemberaubenden Aufstieg zurück in jene Höhen, in denen einst die Messlatte für deutsche Spitzenweine gelegt wurde. Gemeinsam mit dem Önologen Michael Acker formieren sich hier die drei Töchter Anna, Rebecca und Leah zu einem qualitätsbewussten Gespann, das aus den Südlagen des Zellertales dank rigoroser Ertragsbegrenzung, selektiver Handlese und aufwändigem Holzfassausbau schon im schwierigem Jahr 2014 aufhorchen ließ.



Die außergewöhnlich guten Lagen im nach Westen einerseits windoffenen, stets gut durchlüfteten und vom majestätischen Donnersberg gut geschützten Tal nützen sie zur Erzeugung hochindividueller Weine. Die Flaggschiffe bildet dabei eine Trias sehr eigenständiger Lagenweine, allen voran der Riesling aus dem Schwarzen Herrgott, der als herausragender Wein das größte Renommee besitzt. Der Spätburgunder aus der Lage Apotheker hat das Zeug, den besten Pinots in Deutschland eine faszinierend füllig-seidene Facette hinzuzufügen und geradezu prädestiniert für die Kategorie „unterschätzte Rebsorte“ ist schließlich der Silvaner aus der Lage Heiland.



Schon die Orts- und Gutsweine vom Weingut Bremer zeigen den hohen Anspruch und die skrupulöse Arbeit in Weinberg und Keller. Selbst der einfache Spätburgunder wird aufwendig in Barriques geschult – sämtliche Rotweine dürfen hier im Holz zu Reife und Finesse finden, was sie zu komplexen und dennoch zugänglichen Tropfen auch in den einfacheren Qualitätsstufen macht. So überrascht der Spätburgunder Gutswein mit toller Dichte und hochklassigem Geschmacksbild.



Mit dem Jahrgang 2015 wird das Rebsorten- und Weinspektrum erheblich ausgeweitet: Aus der Neuleininger Lage Schlossberg kommt ein üppiger Riesling mit großer Zugänglichkeit, der Kleinkarlbacher Herrenberg gilt als beste Lage im Ort und bringt strahlend frischen, fokussierten und säurebetonten Riesling für Freunde klassischer Weine und mit süffigem Müller-Thurgau, duftig-explosivem Muskateller, üppig-pikantem Sauvignon Blanc und sortentypischem Gewürztraminer findet jede Speise den passenden Begleiter. Zumal mit dem Auxerrois-Gutswein auch eine säuremilde Burgundersorte den beiden Chardonnays aus dem Zellertal und aus Kleinkarlbach an die Seite gestellt wurde. Mit zwei Seccos in Weiß und Rosé sowie den beiden flaschenvergorenen Grande Affaire-Schaumweinen bietet das Weingut auch eine prickelnde Abrundung an und die Riesling- sowie die Scheurebe-Auslese aus der Lage Hengstgewanne sorgen für das perfekte süße Finale bei Tisch.



Dass damit noch nicht der Gipfel erreicht ist, beweisen einige wenige Holzfässer mit Weinen, die als Reserve ausgebaut werden und das ganze Potenzial des Weinguts und seiner Lagen ausspielen werden. Ein Besuch im Zellertal beim Weingut Bremer lohnt sich auf jeden Fall: Von Mittwoch bis Samstag können Sie die Weine in der tollen, neu umgebauten Vinothek des Weingut Bremers verkosten, zudem fungiert am Donnerstag- und Freitagabend die Vinothek als Weinbar. Rebecca – eine der drei Schwestern, ausgebildete Köchin und Pâtissière in Paris – verwöhnt dann ihre Gäste mit kleinen Köstlichkeiten in entspannter Atmosphäre!

16. Januar 2017
Bastian Fiebig
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