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Eating out
 
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Die Gewürzinsel
Foto: Katinka Reinhardt
Foto: Katinka Reinhardt
Weiße Strände, türkisfarbenes Meer, gelebte Gastfreundschaft, taufrisches Seafood, eine aufregende Geschichte und Paradies auf Erden – das alles ist Sansibar im Indischen Ozean.

Nach einem langen Flug, dem Anstehen für das Visum und kurzer Gepäckkontrolle wird man hier gleich mit der wichtigsten Richtlinie bekannt gemacht: „Hakuna Matata“, bekannt aus dem Film König der Löwen und im Deutschen nichts anderes als „es gibt keine Probleme“. Zwei weitere Worte verfolgen einen hier auf Schritt und Tritt: „Pole pole“ – langsam, langsam. Klingt gut.


Auf der einzigen Straße an der Ostküste fällt gleich das bunte Treiben an den Straßenrändern, den „Geschäften“, Halteplätzen und Obstständen auf. Durch die holprigen Straßen der Hauptstadt führt der Weg in den kleinen Küstendorf Jambiani und am Ende des Dorfes befindet sich die Red Monkey Lodge mit ihrem eher unscheinbaren Eingang. Die dahinter auftauchenden Bungalows sind liebevoll eingerichtet und bieten ausreichend Komfort, da man ja sowieso nur zum Schlafen dort ist. Man durchläuft die ganze Anlage auf Sandwegen und ist nur durch eine kleine Mauer und drei Stufen vom Strand getrennt. Überall wurde auf unnötigen Schnickschnack verzichtet – aber wozu soll der auch gut sein in diesem Garten Eden? Von der im Freien stehenden Bar aus hat man einen unglaublichen Blick in die Bucht und auf das weite, türkisfarbene Meer. Essen kann man natürlich ebenfalls unter freiem Himmel oder aber im weißen, mit Palmenblättern bedeckten Restaurant, das gemeinsam mit der Bar den Mittelpunkt der Red Monkey Lodge bildet. Hinter dem Restaurant kann man in zwei großen Hängematten so richtig ausspannen, aber Vorsicht: Die hier wohnenden Affen nutzen diese Fläche manchmal als Toilette.


Die Gezeiten sind hier besonders ausgeprägt: An der Ostküste Sansibars zieht sich das Meer zweimal am Tag bis zu zwei Kilometer weit zurück, so dass man fast bis an das vorgelagerte Riff laufen kann, vorbei an Seesternen, kleinen Krebsen und Seegrasplantagen. Bei letzteren handelt es sich in der Tat um Farmen, auf denen Seaweed angebaut wird und die man zahlreich entlang der Ostküste findet – ein Projekt, um den Frauen auf Sansibar ihr eigenes Einkommen zu sichern. Die Lodge wurde so konzipiert, dass sie Teil des Dorfes ist (weshalb auch das Tor eher symbolischen Charakter hat), und so strömen die einheimischen Kinder Mittags in Scharen an den Strand, um sich dort aus einfachen Dingen oder Resten Spielzeug zu basteln und damit zu spielen. Das Konzept, sich in die Dorfgemeinschaft  Jambiani zu integrieren spiegelt sich natürlich auch bei den Angestellten wider: Zu 90\% handelt es sich hierbei um deren Bewohner.


Ein lohnender Ausflug ist die Fahrt nach Zansibar (oder auch Stone) Town, denn nirgendwo sonst kann man die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse auf dieser Insel intensiver erleben. Am bequemsten ist es, sich vom Taxidriver am Darajani-Markt absetzen zu lassen, Mutige erreichen ihn mit dem einheimischen Fortbewegungsmittel Dala Dala. Auf dem kunterbunten Markt verbindet sich der verführerische Duft von Gewürzen mit dem Gestank nach Fisch, Marktschreier preisen lauthals Ihre Ware an. Durch die dunklen und chaotischen vollen Gassen bahnt man sich den Weg vorbei an etlichen Ständen mit Obst, Gemüse, Souvenirs, Fleisch und Fisch in Richtung der engen Gassen von Stone Town, keine einzige Straße hat ein Straßenschild, doch die braucht es auch nicht, denn laut Reiseführer kommt man sowieso entweder am Hafen oder am Darajani-Markt wieder raus. Also lohnt der Weg vorbei an den vielen Souvenirläden, Verkaufsbuden, Ständen mit Kokosnüssen, Moscheen, erhabenen arabischen Herrenhäusern, die direkt an indische Bauten angrenzen,  eindrucksvollen Holztüren (als Zeichen von Reichtum und Wohlstand wurden Passagen aus dem Koran eingeschnitzt) und Kindern in Schuluniform, die sich gegenseitig Ferse aus dem Koran vorsagen. Weltlicher geht es am Hafen zu: Dort erstrecken sich ehemalige, mittlerweile zerfallende Sultanspaläste, die jetzt als Museen dienen und das alte Fort, welches zur Abwehr der Portugiesen errichtet wurde. Neben der Church of Christ stehen aneinander gekettete Skulpturen – das Sklavendenkmal. Hier kann man den ehemaligen Sklavenmarkt und die Kammern besichtigen, in denen die Gefangenen vor ihrem Abtransport gehalten wurden.


Eine Schnorcheltour gehört natürlich zum Pflichtprogramm, und die unternimmt man am besten mit einen Einheimischen in seinem Dowboot. Diese Boote sind eigentlich nur zum Fischen gedacht, aber mittlerweile auch eine beliebte Touristenattraktion. Die Unterwasserwelt lässt hier für Anfänger wie auch für erfahrene Taucher nichts zu wünschen übrig und selbst eine Delfintour ist im Westen der Insel zu buchen, die allerdings von vielen Touristen in Anspruch genommen und somit leider arg überfüllt ist. Dennoch: Das gemeinsame Schwimmen mit den faszinierenden Tieren ist dabei durchaus möglich.


Den schönsten Sonnenuntergang erlebt man im Hafen von Stone Town. Zum Einbruch der Dunkelheit wird dort auch ein Foodmarket namens Forodhani Garden errichtet. Die Einheimischen breiten hier zahlreiche Lebensmittel auf Zeitungspapier aus und bieten ihre Köstlichkeiten den Gästen an. Die Auswahl an Seafood, Hummerspießen, Crab Claws, verschiedenste Fischspießen und vielem mehr ist betörend, und so lässt man sich seine Auswahl am besten noch mal auf einer kleinen Gasflamme erhitzen, um schließlich bestens versorgt den malerischen Sonnenuntergang zu genießen – natürlich nicht ohne ein Glas Zuckerrohrsaft anbei.


Wer spektakuläre Restaurants liebt, der ist im „The Rock“ genau richtig: Es wurde nämlich auf einen Felsen etwa hundert Meter vom Strand entfernt, also mitten ins Meer gebaut. In typischen weiß und mit Palmendach versehen bedeckt das Restaurant genau die Fläche des Felsen. Bei Flut wir man mit einem Boot abgeholt und zur Treppe gefahren, bei Ebbe kann man einfach hinüber laufen. The Rock ist – typisch für Sansibar – mit dunklen Holzmöbel eingerichtet, die Tische sind liebevoll eingedeckt, mit Blumen dekoriert und nach jeder Seite hat man einen faszinierenden Blick auf das türkisfarbene Meer. Zur Front hinaus befindet sich eine Terrasse mit Loungemöbeln, die zum Entspannen einlädt. Die Karte listet ausschließlich taufrisches Seafood, besonders empfehlenswert sind hier der Mango Salad mit lettuce, Prawns, cashew nuts, cheese and mango für schlappe 10 Dollar sowie eine üppige Portion Jumbo prawns in curry sauce mit Biriani rice, die mit 22 Dollar zu Buche schlagen. Den Kaffee nimmt man dann am Besten auf der atemberaubend schönen Terrasse mit Blick aufs offene Meer – so stellt man sich das Paradies auf Erden vor!

24. Dezember 2012
Katinka Reinhardt
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