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Zu Tisch in Venedig
Foto: südwest Verlag
Foto: südwest Verlag
In ihrem 312 Seiten starken Werk sammelt Skye McAlpine Rezepte aus der Lagunenstadt. Dabei hat sie nur jene Rezepte in ihr Buch aufgenommen, die sie selbst gerne kocht und diverse Klassiker bewusst ausgelassen.

Skye McAlpine bezeichnet sich als adoptiertes Kind der Stadt Venedig. In ihrem Vorwort malt sie in schönen Bildern die Liebe zu der italienischen Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Ursprünglich stammt sie aus England und kam mit sechs Jahren mit ihrer Familie nach Venedig.

Der Leser erfährt einen kleinen Abriss der Stadtgeschichte und dass authentische italienische Landesküche stark davon abhängig ist, in welcher Region man sich befindet. Auch erklärt die Autorin, dass Touristen selten gute venezianische Küche aufgetischt bekommen. Denn die authentische venezianische Küche sei das, was zu Hause gekocht wird und auf Rezepten basiert, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Typische Zutaten seien Pinienkerne, Rosinen, Lorbeerblätter, süßer Essig, Safran, und Mascarpone. Regionale Gerichte seien zum Beispiel Zabaione und Risotto mit Erbsen. McAlpines Rezeptsammlung stammt aus alten venezianischen Kochbüchern, die sie mit viel Akribie durchgestöbert hat.

Aufgegliedert ist das Werk, neben dem Vorwort Casa Mia, in sieben weitere Kapitel; beginnend mit Il Caffè, wo McAlpine süße Frühstücksideen aus den venezianischen Cafés sammelt: Apfel-Honig-Walnuss-Kuchen oder Milchreis-Tartelettes mit Kardamom und Zimt regen beim Lesen den Appetit an. Weiter geht es mit Il Mercato –Gemüserezepte vom Markt von Rialto. Das Kapitel zählt Rezepte wie gebratene Zucchiniblüten mit Ricotta und Minze oder gerösteten Radicchio mit Granatapfelkernen. Unter A Tavola sind klassische Mittagsgerichte versammelt, die die Pasta- und Risotto-Herzen aufgehen lassen. Darauf folgen in Lo Spritz Aperitif-Rezepte wie Walnusskroketten oder Zucchini-Pizzette. Das nächste Kapitel La Laguna behandelt Fisch und Wild aus Venedig. Da wären etwa gratinierte Jakobsmuscheln mit Pistazien oder Ofenfasan mit Butter und Salbei. Wie fast jedes Kochbuch endet auch dieses mit süßen Desserts und Kuchen. Hier nennt sich das Kapitel La Pasticceria, das sich jedoch thematisch teilweise mit dem einführenden Il Caffè deckt.

Für ein Kochbuch ist Zu Tisch in Venedig mit viel Text gefüllt. Doch das stört gar nicht, denn das Textvolumen wird durch sehr geschmackvolle Fotografien von den Gerichten und der Stadt entzerrt. Jedes Kapitel hat die Autorin mit einer Einleitung versehen, in der sie das jeweilige Thema erklärt. Immer wieder liest sich McAlpines persönlicher Bezug zur Küche, ihre Hingabe für die Gerichte und ihre Liebe zur Stadt heraus.

Zu Tisch in Venedig ist ein umfassendes und leidenschaftliches Plädoyer für Venedig und seine Küche. Dabei erhebt die Autorin nie den Anspruch auf Vollständigkeit – ausgewählt hat McAlpine nur jene Rezepte, die sie selbst aus Überzeugung kocht und isst. Besonders schön an diesem Buch: In ihren bildhaften Erklärungen nimmt die Autorin den Leser jedes Mal aufs Neue mit in ihre kulinarische Welt. Man hat teilweise das Gefühl neben ihr am Herd zu stehen und die herrlichen Aromen der venezianischen Küche riechen zu können.



Zu Tisch in Venedig von Skye McAlpine ist im Südwest Verlag erschienen und für 32 Euro im Handel erhältlich.

17. Dezember 2018
Katrin Börsch
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