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Die Schule der Trunkenheit
 
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Die Schule der Trunkenheit
Foto: Verbrecher Verlag
Foto: Verbrecher Verlag
Vergessen Sie alle Spirituosen-Bücher, die Sie je gelesen haben. Kerstin Ehmer und Beate Hindermann haben die ultimative Geschichte der harten Alkoholika verfasst.

Lila Lettern auf einem silbrigen Glitzern – für Die Schule der Trunkenheit hat der Verbrecher Verlag aus Berlin eine besonders schöne Verpackung gewählt. Ähnlich schimmernd wie der Umschlag ist auch der Inhalt. Ehmer und Hindermanns Buch sticht aus der gigantischen Masse an Büchern zum Thema Cocktails und Alkohol heraus wie Mesut Özil in der B-Auswahl einer Dorfjugend-Mannschaft. Doch während letzterer nur ein exzellenter Kicker ist, so scheinen die beiden Damen nicht nur exzellente Trinkerinnen zu sein, sie sind auch erstklassige Autorinnen. Mit viel Sprachgefühl und großem Wissen schildern sie auf 250 Seiten die Geschichten der Spirituosen. Vordergründig geht es ihnen immer um Alkoholika, im Subtext entstand eine Geschichte der Moderne vom kolonialistischen Dreieckshandel mit Rum, Zucker, Perlen und Sklaven über die Eroberung des Westens mit Whiskey und die russische Revolution gegen den Wodka bis zur Zukunft des Champagner.



Dass dabei keine trockene Geschichtsvorlesung über Getränkewirtschaft entstanden ist, verdankt sich einem wichtigen, erzählerischen Kniff. Im Mittelpunkt der kurzen und längeren Erzählungen stehen zumeist nicht die Getränke, sondern die Menschen, die diese erfinden, produzieren, trinken oder verbieten wollen. Ein Highlight ist sicher die Geschichte der Prohibition entlang der Schicksale des singenden Bürgermeisters James Walker, der Nachtclubkönigin Texas Guinan und des Ganovenkönigs Al Capone. Abgeschlossen wird das Whiskey-Kapitel mit einem anrührenden Portrait des vielleicht berühmtesten Trinkers Hollywoods: Humphrey Bogart.



Das Büchlein ist auch trocken genossen ein großer Spaß. Da der Rezensent es zumeist morgens im Zug auf dem Weg zur Arbeit lesen musste, konnte er nur wenig mittrinken. Am besten liest man es aber in den Abendstunden in einem gemütlichen Setting und mit passender Getränkebegleitung. Die einzelnen Episoden sind so kurz und präzise formuliert, dass man sie auch leicht in einer kleinen Runde gegenseitig vorlesen und diskutieren kann. Das Buch ist übrigens eine Wiederveröffentlichung, das Original von 2013 ist längst vergriffen. Neu an der Verbrecher-Edition ist der umfangreiche Apparat am Ende. Neben einem kleinen Literaturverzeichnis stehen auf 50 Seiten auch die kommentierten Rezepte zu allen Cocktails, die im Buch erwähnt werden. Damit steht dem lektürebegleitenden Trinken wirklich nichts mehr im Wege. Prost!



Die Schule der Trunkenheit von Kerstin Ehmer und Beate Hindermann ist im Verbrecher-Verlag erschienen und kostet 24 Euro im Handel.

23. Juli 2018
Jan Paul Stich
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