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Clever Kochen – Null Mül
 
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Clever Kochen – Null Müll
Foto: atVerlag
Foto: atVerlag
Lecker essen und dabei etwas Gutes für die Umwelt und die Geldbörse tun: Wie das funktioniert, zeigen die beiden Kochbuchautorinnen Giovanna Torrico und Amelia Wasiliev in ihrem Kochbuch Clever Kochen – Null Abfall.

Wer kennt es nicht: Dieser kleine Stich ins Herz, wenn man es nicht geschafft hat, seine Lebensmittel effizient einzukaufen und zu verbrauchen. Meistens fehlen einem die Ideen, aus den Resten etwas Neues zu kreieren und unweigerlich wandert das meiste in den Müll. Die beiden Autorinnen Giovanna Torrico und Amelia Wasiliev wollen dem ein Ende setzen und haben gemeinsam das Kochbuch Clever Kochen – Null Abfall geschrieben, mit über 100 Rezepten zur effizienten Resteverwertung.



Zu Beginn des Kochbuches gehen die Autorinnen auf grundlegende Fakten und Hinweise ein: Dabei wird angemerkt, dass 35 bis 50 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen werden und dass man durch effizientes Einkaufen regionaler Produkte, die der Jahreszeit entsprechen, eine Menge Gutes für sich selbst und seine Umwelt tun kann. Auch sei es hilfreich seine Mahlzeiten im Voraus zu planen und dementsprechend einzukaufen. Für die meisten Rezepte in diesem Kochbuch benötigt man nur wenige Zutaten, die man bestenfalls sogar bereits in seinem Küchenrepertoire hat.



Daraufhin folgt der Rezept-Teil, der sich in sechs Kapitel unterteilt: Gemüse, Früchte, Milchprodukte und Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Brot und Hülsenfrüchte und Reste. Sie kommen allesamt mit einer Portionenanzahl, einer Zubereitungszeit und einer Kochzeit daher und sind zudem mit einer entsprechenden Abbildung des Gerichtes versehen. Das gesamte Kochbuch ist minimalistisch, hell und klar gestaltet. Die Abbildungen der Gerichte sind qualitativ hochwertig und appetitanregend. Viele der Rezepte sind mit einer kleinen Randinformation versehen, die zusätzliche Tipps zur Verwertung von Übriggebliebenem gibt.



Im ersten Kapitel zu Gemüse kommen vor allem Stiele und Blätter zum Einsatz, die man normalerweise entsorgt hätte. Daraus entstehen Gerichte, wie die Radieschenblätter-Frittata, das Omelett mit Lauchblättern oder auch Pulver aus Tomatenhaut. Besagtes Pulver kann man anschließend zum Verfeinern von Kartoffelchips, Marinaden oder Joghurtsaucen verwenden. Das Kapitel zu Früchten konzentriert sich auf die Verwertung von überreifem Obst, das man vermeintlich als nicht mehr essbar beurteilt hätte. Gerichte wie Konfitüren – beispielsweise aus Apfelkerngehäusen und Erdbeerstielen – bilden hier die Basis. Darüber hinaus wird gezeigt, wie man Orangenschalenpulver herstellt, was sich beispielsweise zum Verfeinern von Zitronenglasuren, Kräutermarinaden oder Tees eignet. Auch Desserts wie Beeren-Crumble oder Bananenbrot können  aus den überreifen Früchten zubereitet werden. In dem Kapitel zu Milchprodukten und Eiern bekommt man vor allem Anreize zur Verwertung von Eiweißen und Eigelben. Daraus entstehen simple Kreationen, wie die Meringue aus Eiweißen oder auch das Kaffeeeis mit Eigelb. Bei letzterem Gericht wird nicht nur übriggebliebenes Eigelb verwertet, sondern auch Kaffeesatz, der beim Zubereiten des Frühstück-Kaffees in der Kanne bleibt.                                                                                                             



Im Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte-Kapitel bekommt man Aufschluss darüber, wie man Fleischknochen, Fischgräten und Schalen von Krustentieren effizient verwerten kann. Laut den Autorinnen sind diese Reste besonders nährstoffreich, weshalb man sie nicht wegwerfen sollte. Aus den Resten entstehen Gerichte, wie Beef Jerky, geröstete Markknochen, Tatar von der Lachshaut und diverse Brühen von verschiedenen Fleisch- und Fischsorten. In dem Kapitel zu Brot und Hülsenfrüchten geht es vor allem um altbackenes Brot. Daraus entstehen verschiedene Kreationen von Allerlei Croutons, Brotauflauf aus altem Toastbrot, bis hin zu Brotbröseln, die man zum panieren von Fleisch, Fisch oder Gemüse, als Bindemittel für Saucen oder zum Garnieren verwenden kann. Das letzte Kapitel konzentriert sich auf Reste, oder genauer gesagt, auf die Verwertung der Essensreste vom Vortag. Daraus entstehen neue Gerichte, wie Energieriegel aus Porridge vom Frühstück, Hackfleischauflauf aus Lamm oder auch Tortilla mit Käse- und Kartoffelresten. Interessant ist zudem der Abschnitt zu den Resten aus Schraubgläsern: Auch aus fast leeren Marmeladen-, Senf- und Saucengläsern lassen sich Vinaigrette, Erdbeermilch oder Tomatensauce zaubern.



Das Kochbuch bietet viele interessante Anreize zu effizientem und nachhaltigem Lebensmittelkonsum. Dadurch tut man nicht nur etwas für den Geldbeutel, sondern auch für das Gewissen und die Umwelt. Besonders für Studierende und Sparfüchse bietet dieses Kochbuch eine gute Basis. Einige Rezepte sind nicht unbedingt innovativ, da nicht jeder die Schalen von Tomaten, Kartoffeln, Äpfeln und Co. vor dem Verzehr entfernt. Das Kochbuch enthält nicht viele Hauptspeisen, aber umso mehr Rezepte für Marinaden, Gewürzmischungen oder kleine Vorspeisen. Nichtsdestotrotz machen die beiden Autorinnen mit diesem Kochbuch einen Schritt in die richtige Richtung und leisten ihren Beitrag zur Abkehr von der Wegwerfgesellschaft.



Clever Kochen Null Abfall von Giovanna Torrico und Amelia Wasiliev ist im atVerlag erschienen und für 20 Euro im Handel. 

13. Mai 2019
sik
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