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Wieviel Burger-Hype kann diese Welt vertragen?
 
Top-Themen Genusswoche
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TV-Millionär eröffnet Burgerladen in Darmstadt
Foto: David und Goliath
Foto: David und Goliath
Der Hype nimmt keinen Abriss: auch in Darmstadt eröffnen dauernd neue Burgerläden. Jetzt versucht sich auch Jürgen Böhr an Patties und Brötchen.
Burgerläden schießen immer noch wie die Pilze aus dem Boden. Die einen sind gelangweilt von den immer gleichen Brötchen, Pattys und Saucen in Shabby-Chic-Ambiente, die anderen feiern die kalorischen Gaumenfreuden. Jürgen Böhr, der durch diverse TV-Formate bekannt wurde, springt auf den Zug auf. Doch laut eigener Aussage kann von 0815 bei David & Goliath in Darmstadt keine Rede sein.

Zu den bereits etablierten Burger-Ketten wie Fletcher’s, Bully’s Burger, Die Kuh die lacht und Jamie’s Burger, gesellten sich in den vergangenen Monaten neue Läden wie etwa Good Guys im Bahnhofsviertel, Burguette in Griesheim und Shaka-Burger im Gallus – um nur einige von ihnen zu nennen.

Der Trend setzt sich natürlich auch über die Grenzen Frankfurts hinaus fort: Vor einer Woche eröffnete Jürgen Böhr, bekannt aus dem TV-Format ‚Goodbye Deutschland‘, in Darmstadt einen Burgerladen, der auf den Namen David & Goliath hört. Eigentlich betreibt er gemeinsam mit seiner Frau eine Friseur-Kette, eine Kosmetikfirma, drei Cocktailbars und ein Fitnessstudio. Nun hat sich der Tausendsassa seinem neuesten Projekt – dem David & Goliath – gewidmet. Doch sein Restaurant soll sich von den üblichen Burgerläden abheben. Im Interview wollen wir von ihm wissen, wie er den Trend sieht und was sein Konzept von den tausend anderen unterscheiden soll.


GENUSSMAGAZIN: Herr Böhr, wie kamen Sie auf die Idee, einen Burgerladen aufzumachen?

Jürgen Böhr: Ursprünglich wollten wir gar keinen Burgerladen, sondern einen Foodtruck mit dem Namen Goliath betreiben. Dafür hatte ich auch schon vier Köche eingestellt. Allerdings wurde der nicht fertig und ein guter Freund hat mir dann die Location hier in der Grafenstraße 33 ans Herz gelegt. Da die Köche ja schon eingestellt waren, habe ich kurzerhand zugeschlagen und so kam David – das Restaurant – zustande. Zusätzlich wird der Truck jetzt ab Juli unterwegs sein.

Inwiefern unterscheidet sich Ihr Laden von anderen Konzepten?

Bei uns ist alles frisch und wir bereiten alle Zutaten selbst zu, angefangen bei den Brötchen über unser eigens gereiftes Dry-Aged-Beef bis zu den Saucen… (Pause) Ich weiß. Das sagen eigentlich auch alle anderen von sich. (lacht) Nee mal Spaß beiseite. Wir haben alles auf den Tag limitiert. Und durch unsere vier Köche ist es möglich, alles jeden Tag frisch zuzubereiten. Die üblichen Burgerläden haben meistens nicht mal einen richtigen Koch!

Was wird denn bei Ihnen angeboten und wie wird das Essen hergestellt?


Wir kaufen unser Rindfleisch ein und reifen das direkt vor den Augen der Kunden in einsehbaren Dry-Aged-Schränken im Restaurant. Für die perfekte Würze habe ich ein eigenes Verfahren entwickelt: Da kommt nicht einfach irgendeine schnöde Gewürzmischung dran, sondern das Fleisch wird auf einer Gewürzplatte bearbeitet. Wie das genau funktioniert, bleibt mein Geheimnis. Ich bin gerade dabei, mir das patentieren zu lassen. Außerdem stellen wir das Brät für unsere Würstchen selbst her und wursten die Dinger dann auch eigens. In einer kleinen Käserei lassen wir unseren hauseigenen Cheddar produzieren, den unsere Köche zum Beispiel zu Käse-Pralinen oder Bier-Käse verarbeiten.

Und wie sieht es mit Getränken aus?

Achso… habe ich erwähnt, dass ich Bierbrauer bin? Natürlich braue ich auch mein eigenes Craft-Beer, von dem sieben Sorten hier im Restaurant verkauft werden.

Gibt’s denn auch Specials?


Na logo! Unsere Köche kreieren jeden Tag ein neues Special, zum Beispiel den Mango-Burger mit angeschmorrtem Spargel, gehobeltem Parmesan, Rucola, Pesto, und mit Balsamico abgelöschten Cherrytomaten. Auch unsere Hotdogs sind weit von 0815 entfernt: Da hätten wir zum Beispiel den Spicy Hotdog mit Jalapeño-Wurst, geröstetem Bacon und gehobeltem Cheddar in einem Maisgries-Brötchen. Die Brötchen werden übrigens von meiner Frau gebacken. ‘Ne tolle Frau ist das. Ohne die hätte ich das alles gar nicht auf die Beine stellen können.

Und die Einrichtung?

Also ich für meinen Teil finde ja, dass alle Burgerläden gleich aussehen. Diesen Industrial-Vintage-Look find‘ ich voll blöd! Das haben wir hier selbstverständlich auch anders gemacht. Da ich ja eigentlich in Florida lebe, kenne ich den amerikanischen Stil und habe das hier auch so umgesetzt.

Was ist für die Zukunft geplant?

Unsere Internetseite und eine App sind gerade in Bearbeitung und werden bald online gehen. Das soll ganz interaktiv werden. Darunter verstehe ich, dass die Kunden sich ihren Burger online vorbestellen können und die Zubereitung bis hin zum Zeitpunkt der Abholung verfolgen können. Einen Lieferservice wird es allerdings nicht geben. Und wenn das Geschäft gut läuft, dann expandieren wir auch nach Frankfurt. Da habe ich ein interessantes Objekt auf der Friedberger Landstraße im Auge.

David & Goliath, Darmstadt, Grafenstraße 33, Tel. 06151/9188944, Mo–Sa 11–22 Uhr
10. April 2017
Katrin Börsch
 
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