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Solidarische Landwirtschaft hat viele Freunde
 

Top-Themen Genusswoche

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Faire Gurken aus Rüsselsheim

Foto: Marit Holzapfel
Foto: Marit Holzapfel
Fair, biologisch, saisonal und regional – seit zwei Jahren gibt es bei Rüsselsheim den Verein Bio-SoLaWi „Auf dem Acker“. Der Verein betreibt kollektiv Biolandwirtschaft und versorgt damit knapp 100 Haushalte.
Wenn ich einen Sack Kartoffeln im Supermarkt kaufe, wie viel bekommt der Bauer eigentlich von dem Geld, das ich an der Kasse zahle? Auf dem normalen Vertriebsweg komme ein Drittel bis die Hälfte des Geldes beim Erzeuger an. Das erklärt Malte Hövel, der neue Betriebsleiter der Erzeugergemeinschaft Bio-SoLaWi Auf dem Acker in Rüsselsheim. Seit diesem August leitet der Duisburger die Geschicke des engagierten Projekts, dem es nicht nur um gesunde Lebensmittel, sondern auch um den Umweltschutz geht. Der zertifizierte Bioland-Hof war lange in privater Hand, vor zwei Jahren hat der Verein den Großteil der Flächen übernommen.

Rund 90 Euro im Monat muss man bezahlen, um wöchentlich einen Ernteanteil zu bekommen, der für 2,5 Personen reichen soll. Das variiere natürlich sehr nach Jahreszeit. „Die Herausforderung ist das zeitige Frühjahr“, erklärt Hövel. Da müsse man schon sehr gut und vorausschauend planen. Im Herbst hingegen ist die Ernte reich, da ist dann auch schon mal einfrieren und konservieren angesagt. Das besondere an der SoLaWi sei der enge Kundenkontakt. Gemeinsame Arbeitseinsätze gehören ebenso wie Feste zum Vereinsleben dazu. Zwei Arbeitseinsätze im Jahr sind nach Vereinssatzung von jedem Mitglied zu erbringen. „Etwa ein Dutzend Leute waren kürzlich zur Kartoffelernte hier, das fand ich großartig“, sagt der Gärtnermeister der Fachrichtung Gemüsebau, der beim Demeter-Verband gelernt hat.

Das Gelände der SoLaWi liegt in einem Wasserschutzgebiet, deshalb gibt es hier sehr strenge Auflagen. So darf das Gemüse vor Ort nicht einmal gewaschen werden. Was auf dem freien Markt ein Problem wäre, störe die Mitglieder aber zum Glück nicht, sagt Hövel. Die wöchentliche Ernte wird an verschiedene Depots – in der Regel ein geeigneter Raum eines Mitglieds - in den umliegenden Orten verteilt, hier müssen sich die Mitglieder ihren Anteil selbst abholen. Per WhatsApp erfahren sie, wie viel von welchen Gemüse sie mit nach Hause nehmen dürfen. Ist das Gemüse erst einmal geerntet, müsse man nehmen, was komme. Einfluss nehmen können die Mitglieder aber natürlich in der Anbauplanung.
 
28. Oktober 2019, 14.30 Uhr
Marit Holzapfel
 
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