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Mit der App zum Bier
 

Top-Themen Genusswoche

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Der digitale Fahrplan zum Wasserhäuschen-Tag

Foto: Jan Stich
Foto: Jan Stich
Am Samstag wird Frankfurts erster Wasserhäuschen-Tag gefeiert. Zu dem Anlass haben wir uns mit den Tüftlern hinter der Trinkhallen-App Hopfenstop getroffen und empfehlen sechs coole Kioske.
Das Musical wurde am Broadway erfunden, die Kulinarik kam in Paris zur Welt und die erste Wasserhäuschen-App wurde natürlich an der Theke einer Trinkhalle geboren – zumindest die Idee dazu. Nach der letzten Klausur des Semesters treffen sich die drei Studenten Kai Kroth, Tobi Rohrer und Sebastian Blam stets zur großen Tour über Frankfurts Kioske. Aber nach einigen Bieren ging die Übersicht verloren. „Wir wussten nicht mehr, wo der nächste Kiosk ist“, berichtet Blam und sprach damals die magischen Worte: „Wir bräuchten einen Routenplaner.“ Wie es der Zufall so will, studieren alle drei Informatik an der University of Applied Sciences. Knapp ein Jahr ist seit jener Trinktour vergangen, nun soll pünktlich zum ersten Wasserhäuschen-Tag die erste Version ihrer Trinkhallen-App Hopfenstop veröffentlicht werden. Diese App soll die Orientierung im Frankfurter Büdchen-Dschungel erleichtern. Aktuell läuft noch der Beta-Test, ab Mittwoch wird die App sowohl für Android als auch für iPhone zur Verfügung stehen.

Eine mobile Karte sämtlicher Trinkhallen: Für den Laien mag das simpel klingen, für die drei Fachmänner ist es das aber ganz und gar nicht. „Wir haben im Laufe der letzten Monate mehrere Hundert Stunden in das Projekt gesteckt“, erklärt Blam. Das fertige Produkt ist eine Mischung aus Karte, Social Network und Partyplaner. Die User können in der App nicht nur erfahren, welche Trinkhallen in ihrer Nähe sind. Sie sollen auch Bewertungen austauschen und gemeinsam Events planen können. Für den letzten Schliff setzen die Drei auf die Crowd. „Wir gehen davon aus, dass die User heftig mitarbeiten an der Trinkhallenkultur“, erklärt Kai Kroth. Den Grundstock an Daten bildet die imposante Datenbank des Vereins Linie 11 mit 479 Wasserhäuschen, Trinkhallen und Kiosken. Zu den wichtigsten Features neben der Kartenansicht zählt für die drei ein einfacher Sortierfilter. Der kann dann nämlich sämtliche Wasserhäuschen hervorheben, die auch eine Toilette bieten. Wichtig für jede längere Tour.

Die Touren sollen später auch noch integriert werden. „Am liebsten hätten wir ja ein richtiges Navigationssystem“, erklärt Kroth. „Statt schnellster oder schönster Router könnte man dann entscheiden, ob man das meiste oder das günstigste Bier auf der Strecke haben möchte.“ Das sei derzeit aber alles noch Zukunftsmusik, räumen die drei gleich ein. Immerhin arbeiten Sie bisher ja nur ehrenamtlich, in der Freizeit neben dem Studium, an dem Projekt. Die App kommt kostenlos für Android und Apple. Aktuell sucht das Entwickler-Trio noch nach Sponsoren. Für die drei ist es das erste Projekt dieser Größe. Sie haben sogar eigens eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründen müssen. Die erste gemeinsam Programmierarbeit ist es aber nicht. Die drei hatten im Studium schon mal ein Spiel zusammen entwickelt: Eine Java-Variante von Bier-Pong – eine gewisse Affinität zum Gerstensaft scheint gegeben zu sein.

Coole Kioske

Ob mit oder ohne App, Samstag wird der Wasserhäuschen-Tag gefeiert, das Programm findet sich hier. Da man nicht alle 479 Adressen an einem Tag besuchen kann, empfiehlt unsere Redaktion ohne Anspruch auf Vollständigkeit die folgenden Buden, die auch außerhalb des Wasserhäuschentages immer einen Besuch wert sind:

Orange Beach



by Orange Beach

Es gibt in Frankfurt wohl kein vergleichbares Wasserhäuschen. Grund dafür ist die Lage direkt am Main, die das Orange Beach zu einer Mischung aus Beach Bar und Trinkhalle macht. An dem wild zusammengewürfelten Mobiliar lässt es sich entweder im Beachbereich mit den Füßen im Sand oder direkt am Häuschen gemütlich sitzen. Toll: Gäste können sich ihren Schoppen am Apfelweinfass hinter der Bude selbst zapfen. Das Allerbeste hingegen ist die Tatsache, dass das Trinkgeld, was sich hier ansammelt, für karitative Zwecke in Afrika gespendet wird. Betreiber Olaf Gries engagiert sich bereits seit sechs Jahren in Gambia, wo er eine Schule und eine Mutter-Kind-Krankenstation unterstützt. Zum Finale des Wasserhäuschentages findet hier eine Abschlussparty statt: Ab 22 Uhr legt ein Electro-DJ auf und Trinkhallenfreunde können in die Nacht tanzen.
Griesheim, Gutleutstraße 391

Fein



by Dirk Ostermeier

Die „feine“ Trinkhalle an der Petersstraße ist seit einiger Zeit Begegnungsstätte zwischen Bürgerlichkeit und Straße. Elke Löscher betreibt es seit 2015 und hat ihr etwas anderes Wasserhäuschen in einem Mix aus Vintage und Landhaus mit besonders viel Liebe eingerichtet. Bei regelmäßigen Live-Jam-Sessions wird hier an der Schnittstelle zwischen Nordend und City der Bordstein zur Bühne. Auch am Wasserhäuschentag bringt die Band Gastone mit Rock die Köpfe zum Nicken und Schallplattenunterhalter Kaiser L mit Swing und Jazz die Füße zum Wippen. Ein Photobooth ermöglicht spaßige Schnappschüsse.
Nordend, Petersstraße / Eschenheimer Anlage

Gudes



by Gudes

Der Hipster-Treffpunkt schlechthin. Das Gudes ist das wohl bekannteste Wasserhäuschen der Stadt. Sorgte es doch im vergangenen Jahr für recht viel Aufsehen durch eine Auseinandersetzung mit dem Ordnungsamt, das das von Stammkunden und Anwohnern auf dem Platz abgestellte Mobiliar, als „wilden Sperrmüll“ ansah und beseitigte. Eine große Welle der Solidarität mit den Betreibern Florian Abel und Felix Wegener formierte sich. Mittlerweile ist der Konflikt aber geklärt.
Nordend, Matthias-Beltz-Platz, www.gudes-frankfurt.de


Snack FM



by Snack FM

Frankfurter Kioskkultur Live möchte Pierre Skolik, der von der Lokalpresse als der wohl attraktivste Wasserhäuschenbetreiber bezichnet wird, mit seinem Büdchen näherbringen: An diesem barrierefreien Ort, direkt an der Bushaltestelle Eschweger Straße, treffen Menschen aller Klassen in netter Runde und gemütlicher Atmosphäre aufeinander. Snack FM wurde bereits zwei Mal, 2014 und 2016, von der Frankfurter Rundschau zum Wasserhäuschen des Jahres gekürt. Ab und an lässt Skolik hier Live-Gigs steigen. Am Wasserhäuschentag wird es zwei Lesungen geben, unter anderem mit den Chefredakteuren des Satiremagazins Titanic. Danach wird bei gutem Wetter gegrillt und Sänger Benito Cavacasy tritt auf.
Seckbach, Ecke Arolser Straße / Eschweger Straße

Kiosk Westendplatz



by Katharina Wollenhaupt

Der Underdog unter den hier genannten Kiosken. Unter Hipstern ist er nicht gerade als Hotspot bekannt. Moment mal. Gibt es die überhaupt im Westend? Naja zurück zum Thema: Der kleine Kiosk am Westendplatz eignet sich besonders gut, wenn man sich in Ruhe einen Feierabend-Drink gönnen will. Den kann man bei Sonnenschein oder auch bei bedecktem Himmel auf den Bänken des grünen Platzes genießen, denn hier, mitten im ruhigen Westend, sitzt man fernab von Verkehrslärm. Gref Völsings gibt’s hier auch.
Westend, Westendplatz


Wasserhäuschen Kurfürstenplatz



by Wasserhäuschen Kurfürstenplatz

Ganz idyllisch gelegen ist das Wasserhäuschen am Kurfürstenpark in Bockenheim. Wer einen kurzen Abstecher vom lebendigen Treiben der Leipziger Straße zum Ruhe tanken am grünen Kurfürstenplatz machen möchte, der ist an dem Büdchen genau richtig aufgehoben. Als eines der ältesten Wasserhäuschen Frankfurts ist es das Paradebeispiel für den Widerstand gegen das Büdchensterben. Tolles Extra: Die Trinkhalle verfügt sogar über ein eigenes Dixie-Klo. Am Wasserhäuschentag gibt’s was von der Band Blue Blistering Barnacles auf die Ohren. Außerdem grillen die griechischen Betreiber. Für die Kleinen wird Kinderfußball und Kinderschminken veranstaltet – da ist also für jeden was dabei.
Bockenheim, Kurfürstenplatz
14. August 2017
jps/kab
 
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