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Kulinarische Lesereihe startet in Offenbach
 

Top-Themen Genusswoche

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Literaturhappen: „Literatur schmecken lassen“

Foto: Esther Su Roßkopf
Foto: Esther Su Roßkopf
Literatur essen? Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber: Zwei Freundinnen haben in Offenbach mit Literaturhappen eine kulinarische Lesereihe ins Leben gerufen, die gutes Essen, Kurzgeschichten und Konversation vereint.
Bei einem Gläschen Wein entstehen manchmal die besten Ideen. Anette John und Leonore Kleinkauf, die sich von ihrer Arbeit bei einem Startup in Offenbach kennen, erging es so: „Wir saßen im Försters, einem Restaurant in Offenbach, bei einem Feierabendgetränk“, sagt John, „und unterhielten uns über coole, kreative Projekte, die man stemmen müsste. Ziemlich schnell kamen wir auf den Gedanken, Geschichten mit Essen und guter Gesellschaft zu kombinieren.“ Und somit war die kulinarische Lesereihe Literaturhappen geboren.

Eigentlich ist nicht verwunderlich, dass die beiden Frauen auf die Idee kamen, eine Literaturreihe ins Leben zu rufen. Kleinkauf hatte sich bereits während ihres Studiums mit Kulturveranstaltungen beschäftigt, während John mit Leidenschaft Kurzgeschichten über Frankfurt schreibt – in der Anthologie „Frankfurter Einladung“, 2016 im Größenwahn Verlag erschienen, ist eine Story von ihr zu finden, im Nachfolgeband, der ab September erhältlich ist, sogar drei.

Literaturhappen also. „Wir wollen Literatur schmecken lassen“, erklärt John das Prinzip. „Die Geschichten umfassen maximal eine Seite, damit niemand überfordert ist, und dienen quasi als Appetizer. Der anschließende Essensgang hat thematisch etwas mit der Kurzgeschichte zu tun.“ Im Mai gab es im Wohnzimmer von Leonore Kleinkauf im Offenbacher Nordend den Testlauf. „Wir wollten schauen, ob das nur eine Schnapsidee war oder nicht“, sagt John mit einem Lachen. Für diesen Testlauf luden sie Freunde ein – und den Kellner aus dem Försters, der sie an jenem Abend bedient hatte. „Der auch kam!“ Die Geschichten, die sie lasen, hatten beide Frauen selbst verfasst, für das Essen war Kleinkauf verantwortlich. „In einer Story ging es darum, den Wald zu erkunden, und Leo hat dafür einen Wildkräutersalat vorbereitet“, sagt Anette John. „Die letzte Geschichte handelte vom Weltraum und Aufbruch, dazu gab es eine selbstgemachte Praline mit Knallbrause.“ Ansonsten auf dem Menü: Champagner-Risotto, Parmigiana und Erdbeeren mit Eis und Salted Caramel. Das Feedback war so positiv, dass sich die Freundinnen dazu entschlossen, Literaturhappen ernsthaft anzugehen.

Die erste öffentliche Veranstaltung wird es am 24. August geben, ebenfalls in Kleinkaufs Wohnzimmer. „Zu groß wollen wir die Runde nicht halten“, so John, „es soll intim bleiben und gute Gespräche geben“. Das Konzept ist dieses Mal anders: Jeder Teilnehmer soll eine eigene Geschichte, passend zu dem Motto „Weltreise“, mitbringen, den beiden Frauen allerdings vorher verraten, in welches Land es geht – schließlich muss ein Gericht gefunden werden. Kommerziell möchten Anette John und Leonore Kleinkauf die Veranstaltung nicht halten, es geht ihnen mehr um den Spaß an der Sache. Da die Zutaten aber bezahlt werden wollen, bitten sie um 25 Euro auf Spendenbasis.

Künftig sollen die Literaturhappen-Abende weiter variiert und etwa Lyrik oder Geschichten von bekannten Autoren gelesen werden. Der nächste Termin ist für November, kurz nach der Buchmesse, angesetzt. Kontaktiert werden können Anette John und Leonore Kleinkauf auf Instagram unter @literaturhappen; außerdem gibt es einen Newsletter, der über nächste Termine informiert. Der Account gewährt einen kleinen Einblick in das Gästebuch, in das sich Besucher eintragen können: „Ein wundervoller Abend mit traumhaft schönen Geschichten und unglaublich leckerem Essen“, ist da zu lesen. Offenbach ist um eine wunderbare Idee reicher geworden. Und wer weiß, vielleicht kommt Literaturhappen auch mal nach Frankfurt – Kleinkauf und John sind offen dafür.
 
12. August 2019
Isabella Caldart
 
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