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Hundert verschiedene Nudeln und 80 Sorten Reis
 

Top-Themen Genusswoche

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Ganz Asien im Karstadt-Keller

Foto: Jan Stich
Foto: Jan Stich
Im Karstadt eröffnet diesen Mittwoch, den 9. August, Go-Asia. Der Markt bietet die vielleicht umfangreichste Auswahl asiatischer Delikatessen Deutschlands. Wir haben vorab einen Blick in die Regale gewagt.
Herr Wengui Ye sieht mit seinen dynamisch zurück gegelten Locken, der markanten Hornbrille und den weißen Turnschuhen aus wie ein IT-Hipster aus dem Silicon Valley. Ye macht allerdings nicht in Software und Platinen. Ye macht in Reis, Nudeln und Reisnudeln. Los ging es mit dem Import von Lebensmitteln aus Fernost. Vor acht Jahren kam mit Go Asia in Berlin der erste eigene Laden dazu. Jetzt eröffnet er im Keller des Karstadts auf der Zeil zwar nicht den größten, aber den umfangreichsten Asia-Laden Deutschlands.

Natürlich gibt es bei Go Asia mehr als nur Reis und Nudeln, doch die beliebten Beilagen machen einen großen Teil des Angebotes aus. Insgesamt 110 verschiedene Nudelsorten stehen in Frankfurt in den Regalen. „Gerade im Norden Chinas isst man unglaublich viele Nudeln. Reis ist denen gar nicht so wichtig“, erklärt Ye. Darunter sind auch dutzende Arten von Glasnudeln. Zusätzlich gibt es für bequeme Wasserkocher-Gastronomen noch einmal knapp 100 unterschiedliche Varianten Instant-Nudeln. „Für Studenten in Asien ist das ein Grundnahrungsmittel, aber wenn es schnell gehen muss, esse ich die auch immer sehr gern“, bekennt Ye. Seine Familie stammt aus Südchina, dort sei der Reis wichtiger als die Nudeln, erklärt er. Im Frankfurter Go Asia werden derzeit 80 verschiedene Sorten Reis in die Regale geladen, darunter auch Raritäten wie etwa roter Reis. Er frage sich auch manchmal, ob es so viele verschiedene Arten brauche, räumt Ye ein. „Aber jede Sorte wird gekauft. Die Kunden kommen in Berlin in unseren Laden und kaufen gezielt ihre Sorten“, berichtet er erstaunt.

Zum Start wird es 6.000 verschiedene Produkte im Karstadt-Keller geben. „Das sind noch einmal 200 mehr, als wir in Berlin haben“, erklärt Ye. Mit dafür verantwortlich ist das große Frische-Regal, in dem jeden Tag neu eingeflogene Köstlichkeiten aus Thailand angeboten werden. „Obst und Gemüse aus Thailand ist in der ganzen Region bekannt. Die haben eine Vielfalt und eine Qualität, da kann nicht mal das riesige China mithalten“, erklärt Ye. Auch sei die thailändische Küche in Deutschland besonders verbreitet. „Das merken wir in Berlin, dort wird sehr viel thai gekocht.“ Wenig überraschend ist ein weiterer Trend in Berlin: Die fleischlose Ernährung. Deshalb gibt es im Go Asia auch eine große Auswahl veganer Zutaten. Neben Lebensmitteln werden aber auch ganze Woks und Stäbchen, Dim-Sum-Körbe und sogar japanisches Porzellan angeboten.

Besonders Freunde scharfen Essens werden sich hier wohl fühlen. In den Regalen finden sich 60 verschiedene Varianten Chili. Wer lieber konventionell würzt, darf sich zum Beispiel zwischen 70 verschiedenen Soja-Saucen entscheiden. Dazu ein ganzes Regal mit Ingredienzien für einen zünftigen Feuertopf. Zwischen Grüntee-Keksen, Aloe-Vera-Drinks und getrockneten Edelpilzen hat sich übrigens auch ein Produkt aus Dänemark versteckt: Speckkrusten. „Ja, das ist nicht aus Asien, aber für Asiaten“, erklärt Ye. „Das ist eine beliebte Zutat im Feuertopf. Aber in China ist das sehr teuer, da gönnt man sich das nur an hohen Feiertagen. Die Speckkruste aus Dänemark ist sehr beliebt, ich habe das auch noch nie außerhalb von Asia-Läden gefunden.“ Gibt es hier also alles? Nein. Was viele Europäer überraschen dürfte: Schokolade gibt es gar nicht.

Wer so viele Produkte regelmäßig anbieten will, braucht eine komplexe Logistik. Das Geheimnis von Go Asia liegt in Guangdong. Statt alle möglichen Artikel einzeln zu bestellen, verpackt die dortige Niederlassung die Frachtcontainer in China passgenau für den Bedarf in Deutschland. So muss der Frankfurter Marktleiter nicht umständlich mit Zwischenhändlern dealen, sondern kann direkt in der Region bestellen, was die Kunden auf der Zeil ihm wegkaufen. Dann muss er nur noch warten, bis der Dampfer die beschwerliche Passage von China bis nach Rotterdam geschafft hat. In Zukunft könnte es schneller gehen, denn Frankfurt ist ein Testballon für Karstadt und Go Asia. Vergleichbare Eröffnungen sind auch an andern Standorten angedacht.

Go Asia im Keller des Karstadt, City, Zeil 90, Mo-Sa 10-20 Uhr
7. August 2017
Jan Paul Stich
 
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