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Einblick in das Café der AIDS-Hilfe
 

Top-Themen Genusswoche

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Polyamor bei Kaffee und Kuchen im Switchboard

Foto: elhit.de
Foto: elhit.de
Die ehrenamtlich geführte Cafébar Switchboard in der Alten Gasse ist heute bunter Treffpunkt der Frankfurter LGBTQ*-Szene. Gegründet wurde es vor 31 Jahren aus einem traurigen Anlass.
Im Juli 1982 wurde bei einem Patienten aus Frankfurt die erste AIDS-Diagnose Deutschlands gestellt. Nach ersten Zeitungsberichten über die sexuell übertragbare Immunschwächekrankheit griff schnell große Panik um sich. Das Land Bayern forderte Zwangstests für Prostituierte, Drogenabhängige und angehende Beamte. Der Bundestagsabgeordnete Horst Seehofer verlangte 1987 sogar die Unterbringung der AIDS-Kranken in speziellen Heimen nach Bundesseuchengesetz. Die Kranken wurden dadurch doppelt Opfer von AIDS – das Virus raffte ihre Körper dahin, weil es zu Beginn kaum Therapien gab und die gesellschaftliche Panik trieb sie in die soziale Isolation. In dieser schwierigen Zeit gründete sich 1985 die Frankfurter AIDShilfe und gründete 1988 das Switchboard als Treffpunkt für HIV-Positive, damit diese sich frei von Angst treffen und austauschen konnten.

„Mit der Zeit hat sich das Konzept immer weiter entwickelt und angepasst“, sagt Imre Balogh, der Projektkoordinator des Switchboards. „Heute sind wir nicht mehr nur der Treffpunkt für HIV-Positive, sondern noch viel mehr.“ Alles, was unter dem Begriff LGBTQ* zusammengefasst werde, finde hier statt, sagt Balogh und lacht. Was auch geblieben ist: Der Laden wird komplett ehrenamtlich geführt. „Im gesamten Betrieb, von der Theke bis zur Küche, arbeiten alle ehrenamtlich“, sagt Balogh. Tatsächlich ist der Terminplan des Cafés rappelvoll. Regelmäßig gibt es Lesungen, Vorträge und Diskussionen, Sonntags treffen sich die Polyamoren bei Kaffee und Kuchen und alle zwei Wochen gibt es Karaoke. Die Gruppe Rainbow Refugees kümmert sich um Flüchtlinge die lesbisch, schwul, trans oder queer sind und organisiert für diese Deutschunterricht im Switchboard.

Das Helfer-Team besteht aus mehr als 40 Leuten. Trotzdem kommt es immer wieder zu Engpässen. Besonders jetzt, zur Christopher-Street-Day-Saison, sind Helfer immer gern gesehen. „Wer mithelfen mag, schreibt uns am besten eine Mail“, sagt Balogh. Erreichbar ist das Team unter switchboard@frankfurt.AIDShilfe.de. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, zu helfen. „Wir haben zum Beispiel den Hans, der macht eigentlich jede Woche Quiche. Das ist sehr beliebt.“ Ansonsten gibt es neben Drinks auch Kleinigkeiten wie Würstchen und Kartoffelsalat. „Wenn man Gin Tonic und Aperol Spritz als Cocktail zählt, dann kann man auch sagen, dass wir Cocktails machen“, sagt Balogh und lacht. Außerdem gibt es regelmäßig Ausstellungen im Switchboard. „Aktuell haben wir eine sehr schöne Fotoausstellung eines Stammgastes“, sagt Balogh.

Switchboard, City, Alte Gasse 36, Tel.: 283535, Mo 16.30–18.30, Di–Do 19–24, Fr–Sa 19–1 & So 14–23 Uhr (im Juli / August bleibt das Switchboard sonntags geschlossen)
 
8. Juli 2019
jps
 
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