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Ein Besuch im Foodtopia
 

Top-Themen Genusswoche

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Die fettigen Jahre sind vorbei

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Das Foodtopia über der MyZeil will der Foodcourt der Zukunft sein. Der Kurs geht Richtung grün, gesund und regional. Wir haben uns bei der neuen Gastronomie-Etage durchprobiert.
Ein langes Hin und Her ging der Eröffnung von Foodtopia voraus. Während der Planung kamen und gingen Restaurants und bis zum Schluss blieb es spannend, wer einen Platz in der als „Food-Arena“ betitelten Etage im MyZeil einnehmen würde. Seit gut einem Monat hat Foodtopia geöffnet und versucht sich durch Angebot und Aufmachung von anderen Foodcourts abzuheben. Schon beim Ankommen am Ende der langen Rolltreppe fällt uns auf, dass es hier oben ruhig ist. Zwar wird immer noch gebaut und gebohrt, es schlägt einem aber nicht die gleiche Turbulenz der unteren Shopping-Etagen entgegen. Wer den Foodcourt im Skyline Plaza kennt, der manchmal wie ein überfüllter Basar mit Schnellabfertigung wirkt, weiß diese Entschleunigung zu schätzen. Im Foodtopia erschlägt einen nichts, es hetzt einen nichts und man ist nicht überreizt. Durch die verglaste Decke flutet natürliches Licht über die weitläufige Etage. Anstelle von Theken besitzen die Anbieter Buden, zum Teil mit innenliegenden Sitzplätzen. Foodcourt untypisch gibt es gibt keine gemeinschaftlichen Esstische, jedes Restaurant hat seine eigenen Plätze. Das macht das gemeinsame Mittagessen schwierig, lediglich eine Sitztreppe macht ein Zusammensitzen mit To Go-Behältern auf dem Schoß möglich. Diese bestehen zumindest teilweise aus kompostierbarem Plastik und Pappe.





Die Preise für das Essen befinden sich eher auf Restaurantniveau. Eine kleine Portion Fritten bei den Pommesfreunden gibt es noch für unter zwei Euro, doch der Preis steigt mit der Gesundheit und im Foodtopia gibt es viel Gesundes. Für eine normale Poké-Bowl bei Poké You bezahlen wir 12, die große kostet 14 Euro. Die Bowls kann man sich nach Belieben zusammenstellen. Bei EatDoori Deli, einer kleinen Version des indischen Streetfood-Unternehmens aus Frankfurt, bekommen wir für 9,50 Euro das vegetarische Korma mit Paneer-Käse und für drei Euro ein üppig bestücktes Körbchen mit Linsen-Crackern und Mango-Ingwer-Chutney. Andere Currys kosten bis zu elf Euro. Auch sonst besteht Foodtopia nicht aus den Standard-Fastfood-Ketten, sondern überwiegend aus kleineren, teilweise regionalen, Franchise-Restaurants wie Heidi und Paul oder Coa. Die Auswahl an vegetarischen und veganen Speisen ist groß und Heidi und Paul ist mit Wraps für rund fünf und mit Smoothies für knapp vier Euro im unteren Foodtopia-Preissegment angesiedelt. Internationale Anbieter sind Chipotle Mexican Grill und „Starbucks Reserve“. Bei Chipotle werden wir trotz langer Schlange vom Personal freundlich durch den Bestellprozess begleitet und bei Starbucks Reserve dürfen wir Nitro Coffee probieren – einen mit Stickstoff versetzten Cold Brew.





Foodtopia greift den gesunden, regionalen und nachhaltigen Zeitgeist auf. Weg von fettigen Burgern und schmuddeliger Imbissatmosphäre, hin zu Gemüse-Bowls und entspanntem Ambiente. Für Touristen, Shoppingwütige und baldige Kinobesucher könnte Foodtopia eine willkommene Abwechslung zu dem üblichen Fast Food in Shopping-Centern sein. Im Spätsommer sollen dann auch endgültig alle Gastronomien, sowie die Astor Filmlounge eröffnen. Dann können Besucher auch auf der Terrasse mit Skyline-Blick sitzen und es werden Bars und Restaurants vorhanden sein, die für mehr als einen kleinen Imbiss vorgesehen sind.
11. Juni 2019
Sinem Koyuncu, Johanna Wendel
 
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