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Die Hintergründe des Margarete
 

Top-Themen Genusswoche

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Wie das Restaurant-Magazin "wir essen" Lust auf mehr macht

Foto: Büro Schramm für Gestaltung
Foto: Büro Schramm für Gestaltung
Ein Heft – eine Zutat – viele Geschichten. Mit dem Magazin "wir essen" beleuchten ein Designbüro aus Offenbach und ein Frankfurter Restaurant die Herkunft unseres Essens, und wie nah es manchmal liegen kann.
Der Sekt an diesem Abend kommt von Rüdiger Flik. Der gute Mann steht hinter zwei Kübeln mit Eiswasser, darin zwei Sorten – ein Riesling und ein Auxerrois, "alles brut und extra-brut", sagt er, "der eine mit Apfelgeschmack im Abgang." So ist es auch. Befragt man ihn, warum er auf die Idee kam in Mainz eine Sektmanufaktur aufzumachen, antwortet er kurz und bündig: "Weil ich fand, dass es keinen guten deutschen Sekt gibt." So lässt er dem guten Ding nun seine Weile, erst in Barrique-Fässern, dann in der Flasche. Auch seine Geschichte würde sich eigentlich gut für ein Magazin eignen, wie es in der vergangenen Woche im Margarete Restaurant vorgestellt wurde.



Mittlerweile haben Simon Horn vom Margarete und das "Büro Schramm für Gestaltung" aus Offenbach schon acht solcher kleinen Schriften herausgebracht. Die letzten widmen sich Dinkelreis und der Wollsau.




Der Reis hat gut 150 Kilometer zurückgelegt. Im unterfränkischen Junkershausen haben dort Christian und Rebekka May einen Bauernhof. Eier haben sie mit nach Frankfurt gebracht, die während der Präsentation schon im Wasserbad dünsten – und eben jenen Dinkelreis, "eigentlich eine einfache Geschichte", meint Christian May. Man müsse den Dinkel immer wieder und wieder schleifen und irgendwann sei er so einfach zuzubereiten wie eben auch jenes Produkt, das oft aus Italien oder Asien zu uns kommt. "Uns geht es um kurze Wege", meint er.





Auch das Wollschwein kommt aus nachhaltiger Landwirtschaft, nämlich vom Bauern Mann aus Groß-Zimmern. Das Fleisch ist nicht nur am Hof zu beziehen, sondern auch in der Frankfurter Kleinmarkthalle (Galerie-Stand 5–8). Bio sei der Hof nicht, so Bauer Mann, denn „bio ist nur ein Siegel. Uns gibt’s länger als bio und die Debatte um artgerechte Haltung.“




Wer durch die Hefte blättert, hat aber gleich vielmehr Lust ein bisschen weiter zu fahren als in eine Markthalle – nämlich zu den Bauern selbst. Das, so sagen die beiden Gestalter Stephie und Sebastian Schramm, sei auch das Ziel der Hefte. Und weil das alles mit viel Herzblut entsteht, müssen sie bei der Präsentation erst einmal ganz vielen Menschen danken. Und dann gibt es einen deutschen Sekt, extra-brut.




>> wir essen
Die Hefte können im Margarete-Restaurant erworben werden, die Ausgaben 7 und 8 kosten zusammen acht Euro. Auch auf der Website des Büro Schramms sind sie zu bekommen. Das Margarete bietet in unregelmäßigen Abständen Koch-Abende zu den Themen der Hefte an.
12. März 2018
Nils Bremer
 
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