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Bürgerliche Kultur, die integriert
 
Top-Themen Genusswoche
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Ein Salon für alle Frankfurter
Foto: Frankfurter Salon
Foto: Frankfurter Salon
In der Braubachstraße hat mit dem Frankfurter Salon ein ganz besonderes Lokal eröffnet. Kaffeehaus, Volksküche und Bühne sollen hier entstehen und ganz still und heimlich ist es auch ein soziales Projekt.
Clotilde Koch gehört zu jenen Frankfurter Prominenten, die zu Unrecht drohen, in Vergessenheit zu geraten. Im 19. Jahrhundert war ihr Salon eine der wichtigsten Adressen der Paulskirchenbewegung. Oft trafen sich die Abgeordneten nach den Debatten dort zum Mittagstisch. Bei heißem Kaffee und warmer Suppe diskutierte Koch mit Mitgliedern verschiedener Fraktionen, wie es mit der Stadt, dem Land und der Welt weitergehen soll. „An diese Tradition des bürgerlichen Salons möchten wir gerne anschließen“, erklärt Peter Hovermann. Das Interieur des neuen Frankfurter Salons ist voll mit Zitaten bürgerlicher Lebensart. Ein eigens angefertigtes Portrait von Clotilde Koch soll dieser Tage auch aufgehängt werden. „Wir möchten den Frankfurtern ein zweites Wohnzimmer bieten. Bei zivilen Preisen ist hier jeder willkommen und darf gerne so lange bleiben, wie er möchte.“

Hovermann ist eigentlich gar kein Gastronom. Er gehört zum Vorstand des Frankfurter Vereins. Seit über 100 Jahren kümmert sich dieser Sozialverband um die Integration von Menschen mit Behinderung. „Der Verein selbst bleibt eigentlich immer im Hintergrund“, erklärt Hovermann, „unsere Projekte sind öffentlich.“ Und die können sich sehen lassen. Von der Fachklinik über Wohnangebote bis zu Werkstätten leitet der Verein dutzende Betriebe in der Stadt. Das kommt auch dem Frankfurter Salon zu gute. Trotz „ziviler Preise“ soll es nämlich „gutes Zeug“ geben, wie Hovermann sich ausdrückt. So sind viele Produkte nicht nur Bio und aus der Region, sondern kommen auch aus Integrationsbetrieben. Kalte Getränke gibt es von Roter Hamm: Bei dem Niederräder Unternehmen machen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Bio-Säfte und Apfelweine von heimischen Streuobstwiesen. Eine ähnliche Philosophie verfolgt die Basaglia-Kaffeerösterei im Gallus, die ebenfalls den Frankfurter Salon beliefert. Auch im Team des Salons selbst sind Menschen mit Handicaps beteiligt.

„Das hängen wir aber alles nicht an die große Glocke“, betont Hovermann. Für die Gäste soll der Salon ein ganz normales Café und Bistro sein. Aktuell gibt es neben Getränken selbstgebackene Kuchen und Quiches mit und ohne Fleisch. „Jeden Tag gibt es etwas mehr“, verspricht Hovermann und geplant ist tatsächlich einiges. Kulinarisch sollen parallel eine Frankfurter sowie eine orientalische Linie entstehen. Darüber hinaus beginnt nach der Sommerpause auch das Kulturprogramm. „Wir wollen mindestens einmal in der Woche schöne Veranstaltungen machen.“ Im Mittelpunkt steht dabei wieder die Salon-Idee, verschiedene Menschen in gemütlicher Atmosphäre zusammen zu bringen. „Wir möchten zum Beispiel Klassik- und Jazz-Konzerte für Menschen organisieren, die das vielleicht bisher noch nicht hören, aber Appetit auf mehr bekommen wollen.“ Jetzt schon geplant ist ein Musikabend mit dem Online-Radio „Hello Mellow Fellow“ und eine Lesung junger Lyriker.

Frankfurter Salon, Altstadt, Braubachstraße 32, Tel. 0173 7079556, Mo-Fr 10-18 Uhr



24. Juli 2017
Jan Paul Stich
 
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