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25 Jahre Spargeltage Gerauer Land
 

Top-Themen Genusswoche

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Den Spargel dort kaufen, wo er wächst

Foto: Unsplash/Waldemar Brandt
Foto: Unsplash/Waldemar Brandt
Was der Wein für den Rheingau ist, ist Spargel für den Kreis Groß-Gerau. Doch die Landwirte zwischen Frankfurt, Mainz und Darmstadt haben Schwierigkeiten, mit dem edlen Gemüse noch Geld zu verdienen.
Mit 350 Hektar Anbaufläche gehört der Kreis Groß-Gerau zu den wichtigsten Spargelregionen Hessens. Ähnlich gut geeignete, sandige Böden findet man nur rund um Darmstadt und an der Bergstraße. Um die lokale Spezialität zu fördern, veranstaltet der Kreis Groß-Gerau seit 25 Jahren die Spargeltage Gerauer Land. Am Dienstag luden Landrat, Gastronomen und Landwirte zur Vorstellung des neuen Programmes in das Hotel Adler in die Kreisstadt.

Dabei wurde klar, dass die Spargelbauern in Groß-Gerau nicht nur eine Region repräsentieren, sondern auch für eine bestimmte Tradition stehen. Er sähe die immer frühere Ernte der weißen Stangen kritisch, erklärte Landrat Thomas Will. „Ich bin kein Fan von Folienspargel und Spargelheizung“ pflichtete ihm die amtierende Spargelkönigin Anna-Lena Senßfelder bei. Während im Landkreis Darmstadt-Dieburg viel auf Masse produziert wird, setzen die Groß-Gerauer Bauern auf ursprünglichere Traditionen. Das ist aber nicht leicht. Einerseits klagten die Spargelbauern von immer niedrigeren Preisen, die der Handel diktiere, andererseits fürchte mancher Landwirt, den Spargel bald gar nicht mehr aus der Erde zu bekommen.

Damit die 40 Bauernhöfe im Kreis Groß-Gerau ihre 350 Hektar Fläche bewirtschaften können, sind sie auf 1050 Saisonarbeiter angewiesen. Diese kommen fast komplett aus dem osteuropäischen Ausland, derzeit überwiegend aus Rumänien. „Wir haben Prognosen, dass in sieben Jahren kein einziger Rumäne mehr zur Ernte nach Deutschland kommen möchte“, berichtete Peter Gheorgean vom Regionalbauernverband. Ähnliche Erfahrungen haben die deutschen Bauern in der Vergangenheit schon mit Polen gemacht. Die stellten Ende der Neunziger die überwiegende Mehrheit der Saisonarbeiter auf Hessens Spargeläckern. Mittlerweile ist das Lohn- und Ausbildungsniveau an Wisła und Odra aber so gut, dass die Saisonarbeit für Polen nicht mehr attraktiv ist. Deshalb knüpfe der Bauernverband nun immer stärkere Kontakte in die Ukraine. „Wir haben seit drei Jahren auch Studentinnen aus der Ukraine dabei, die sich hier sehr wohl fühlen“, berichtet Gheorgean.

Trotzdem blicken die Gerauer Spargelbauern recht optimistisch in die Zukunft. Das Zauberwort, das die Runde macht, lautet „Gesundschrumpfen“. Im Kreis ist der Gesamtanteil an Spargelfläche rückgängig. Dadurch hoffen die Bauern auf höhere Preise, mit denen sie auf lange Sicht auch Saisonarbeiter besser bezahlen könnten. Wer den Spargelanbau in der Region unterstützen möchte, sollte am besten direkt in den Hofläden kaufen. Dort ist der Spargel nicht teurer, aber der Preis geht komplett an die Landwirte. Auf der Webseite der Spargeltage gibt es eine Liste aller Betriebe und das Veranstaltungs-Programm. Denn im Kreis Groß-Gerau dreht sich in den nächsten Wochen alles um das edle Gemüse – und wer lieber in Frankfurt bleibt, sollte mal in die JOURNAL-APP schauen. Denn dort gibt es in wenigen Tagen auch eine saisonale Liste mit den besten Spargel-Restaurants in Frankfurt.
 
23. April 2019, 14.30 Uhr
Jan Paul Stich
 
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