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#leerelokale statt Neustart
 

Neues aus der Szene

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Initiative Gastronomie Frankfurt kritisiert Al-Wazir

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Nicht nur aus Protest bleiben viele Restaurants vorerst geschlossen. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei so nicht möglich, klagen Wirtinnen und Wirte. Sie fordern einen klaren Fahrplan von der Landesregierung.
„Mit den aktuellen Vorschriften für die Wiedereröffnung der Gastronomie in Hessen verspielt die Politik die Chance, der Gastronomie mit einem tragfähigen Konzept einen wirtschaftlich vertretbaren Restart zu ermöglichen“, klagt Madjid Djamegari (Foto rechts). Er ist Vorsitzender der Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF), einem Zusammenschluss von 100 Restaurants, Bars und Lokalen in Frankfurt und Offenbach. Besonders verärgert sind die Wirte über die Fünf-Quadratmeter-Regel, die es so nur in Hessen gibt. Während andere Bundesländer auf reine Abstandsregeln setzen, hat Hessen eine pauschale Obergrenze für die Anzahl der Gäste, die in einem Raum bewirtet werden dürfen. Ein Restaurant in Rheinland-Pfalz darf beliebig viele Menschen bewirten, so lange zwischen den einzelnen Gästen der Abstand von 1,5 Metern gewahrt bleibt. In Hessen hingegen darf pauschal nur eine Person pro fünf Quadratmetern Fläche bewirtet werden. „Wenn ich 100 Quadratmeter Fläche habe, dann darf ich maximal 20 Gäste bewirten“, erklärt Thomas Klüber, Betreiber des Oosten, des Walden und des Café Utopia. Dabei dürfen sich unter bestimmten Umständen durchaus mehrere Gäste in einer Fünf-Quadratmeter-Parzelle aufhalten – zum Beispiel dann, wenn sie einen gemeinsamen Hausstand bilden. Um bei Klübers Beispiel zu bleiben: Sitzt eine Familie mit drei Kindern an einem Tisch in dem 100 Quadratmeter großen Restaurant, dann dürfen auf den restlichen 95 Quadratmetern nur noch 15 Gäste bewirtet werden. „Das erschließt sich uns nicht“, sagt Klüber. Auf dieser Basis könne es keinen Neustart der Gastronomie geben, „nur ein langsames Dahinscheiden.“

„Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir soll vehement auf diese Regel bestanden haben“, sagt Madjid Djamegari. „Warum Hessen das einzige Bundesland mit solch einer Regelung ist, wird nirgends erläutert; eine wissenschaftliche Erklärung bleibt der Wirtschaftsminister ebenfalls schuldig.“ Die IGF erwägt, per Eilantrag gegen diese Regel vorzugehen. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei so kaum möglich, so Matthias Martinsohn aus dem IGF-Vorstand. Der Verlust sei bei einer Öffnung des Betriebs höher, als wenn dieser geschlossen bleibe. Gerade bei Frankfurts hohen Mieten gilt: Die meisten Lokale machen erst ab 80 Prozent Auslastung wirklich Gewinn.

„Die aufwändigen, aber sinnvollen Hygienemaßnahmen, die Schulung der Mitarbeiter hinsichtlich der Corona-Verhaltensregeln und die Erfüllung der Abstandsregeln sind nicht das Problem“, sagt Madjid Djamegari. „Es fehlt die wirtschaftliche Perspektive für einen Neustart, insbesondere aufgrund der ‚Fünf-Quadratmeter-Regel‘, der fehlenden verbindlichen Perspektiven und des nach wie vor nicht beschlossenen, aber dringend benötigten Rettungsschirmes für die Branche.“ Von der Politik fordern die Gastronominnen und Gastronomen eine klare Perspektive: „Fahren auf Sicht war in den ersten Wochen sicherlich richtig, für die Zukunft braucht es aber nun einen Fahrplan“, sagt James Ardinast aus dem IGF-Vorstand. „Unsere Mitarbeiter, die seit zwei Monaten mit 60 Prozent ihres Netto-Einkommens auskommen müssen, verlangen zu Recht Auskunft darüber, wie es weitergeht.“
 
13. Mai 2020, 09.00 Uhr
jps
 
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Leser-Kommentare

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Uwe Looschen am 13.5.2020, 15:29 Uhr:
Vielleicht ist es das Ansinnen des Wirtschaftsministers, dass die gastronomischen Betriebe in der Mehrzahl geschlossen bleiben. Das Verhalten der Regierung ist jedoch mehr als geschäftsschädigend. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum sich der grüne Minister hierzu auch nicht äußern will und einfach abtaucht. Jeder Tag, der weiterhin mit diesen nicht umsetzbaren Regularien die Betriebe geschlossen hält, ist ein weiterer Schritt in eine Insolvenz. Welcher Nichtexperte hat Tarek al Wazir nur beraten?!?
 
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