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Saisonal und Regional im Winter
 

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Mit Kubaspinat und Steckrübe durch die kalte Jahreszeit

Foto: Solawi auf dem Acker
Foto: Solawi auf dem Acker
Zugegeben, im Winter ist es schon deutlich schwerer, auf eingeflogenes Gemüse zu verzichten. Sandra Wolf, die Gemüse-Gärtnerin der Solawi „Auf dem Acker“ hat Tipps für die kalte Jahreszeit.
„Ich ernähre mich saisonal und regional.“ Das sagt sich leicht, im Juni, wenn die Erdbeeren reif sind. Aber im November, im Dezember, im Januar, wenn die heimischen Ernten zunehmend kohllastig werden, dann glänzt die Avocado aus Mexiko im Supermarkt doch wieder ziemlich verführerisch. Doch es gibt klimafreundlichere Alternativen, denn auch auf heimischen Äckern wird auch im Winter manch spannendes Gemüse geerntet.

Nicht zu Avocado aus Mexiko greifen kann Sandra Wolf (Im Bild links, gemeinsam mit ihrem "Acker-Team"). Die studierte Mathematikerin ist nämlich die Landwirtin der Solawi auf dem Acker. Solawi, das ist kurz für Solidarische Landwirtschaft und meint einen Verein, in dem die Mitglieder gemeinsam einen Bauernhof betreiben und sich dafür die Ernte teilen. Egal ob Tomaten- oder Rosenkohl-Saison: Knapp 100 Haushalte, die den Verein bilden, sind Sandras Chefs und die erwarten Woche für Woche eine frische Ernte für ihre Mitgliedsgebühren – auch im Winter.

Ihr macht die kalte Jahreszeit aber überhaupt keine Angst. Während die Supermärkte in den kommenden Wochen nur noch wenige regionale Produkte in der Gemüse-Abteilung führen, hat sie noch vieles in der Erde. „Wir haben ganz viel Feldsalat angebaut, Lauch steht noch in der Erde, Karotten ohne Ende, viel Steckrüben und eingelagert haben wir noch jede Menge Rote Bete.

Eine besondere Rarität auf Wolfs Acker, die es nur noch selten in den Handel schafft, ist die Postelein, auch Tellerkraut oder Kuba-Spinat genannt. Mit karibischer Sonne haben die eher wenig zu tun, denn sie keimen erst bei dauerhaften Temperaturen unter 12 Grad. Die Blätter enthalten Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen, aber weniger vom schädlichen Nitrat als viele andere Salatpflanzen. Der Geschmack wird oft als eine Mischung zwischen Feldsalat und Spinat beschrieben.

Wolfs absolutes Lieblings-Wintergemüse sind aber Rosenkohl und Steckrübe. Während Rosenkohl auch heute noch ziemlich bekannt und entweder gehasst oder geliebt wird, bleibt die Steckrübe noch deutlich unter ihren Möglichkeiten. „Da kann man tolles Püree draus machen, oder die geschnittene Rübe im Backofen wie Pommes backen. Dazu ein leckerer Dip und fertig ist das Essen.“

Apropos: Wer zwischen Rüsselsheim, Groß-Gerau und Wiesbaden lebt und Lust auf Steckrüben und Postelein hat, der könnte sich um eine Solawi-Mitgliedschaft im kommenden Erntejahr bewerben. Noch gibt es offene Plätze, sagt Sandra Wolf. Alle Infos gibt es auf der Homepage: www.aufdemacker.de/. Außerdem gibt es rund um Frankfurt einige weitere spannende Solawi-Projekte, googlen lohnt sich.
 
14. Dezember 2020, 07.01 Uhr
Theo Blumen
 
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