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DIY in Corona-Zeiten
 

Neues aus der Szene

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TAG 6 – Essig selber machen

Foto: bf
Foto: bf
Der Prozess braucht etwas länger, aber viele haben ja gerade Zeit. Dafür bekommt man dann auch ein wirklich gutes Produkt aus Resten, genauer: aus dem letzten Schluck Wein, den ihr in der Flasche lasst.
Ihr kennt das: Es muss heute Abend ein guter Tropfen sein, aber entweder einer schwächelt nach dem ersten Glas Wein oder sogar beide. Auf jeden Fall bleibt Wein übrig und steht dann viel zu lange herum, bis der Rest schließlich im Abfluss landet.

Das muss nicht sein. Es gibt jemanden, der sich dankbar dieser Reste annimmt und daraus wie von Zauberhand ganz wunderbaren Essig macht. Dieser jemand ist eine Essigmutter. Damit sich die in eurer Küche niederlässt, braucht man eigentlich nur ein passendes Tongefäß, natürlich möglichst hübsch. Man kann so etwas auf jedem Töpfermarkt finden inklusive zierlichem Verschluss in der Nähe des Bodens. Der geht dann zügig kaputt, ich habe ihn durch einen Champagnerkorken ersetzt und entnehme - wie auf dem Bild gut zu sehen - den fertigen Essig per Schöpfkelle.

Wichtig: Das Gefäß darf nicht an einem kalten Ort stehen, denn die Essigmutter braucht es warm und kuschelig. Bei mir steht der Topf also nah beim Herd. Die Abdeckung aus Ton habe ich ebenfalls schnell zerdöppert, doch die improvisierte Abdeckung erwies sich schnell als ideal: Mit einer Nadel fein durchlöcherte Plastikfolie schafft ein gutes Mikroklima, ähnlich wie in einem Gewächshaus.

Jetzt müsst ihr nur noch jeden kleinen Rest Wein, den ihr irgendwie entbehren könnt oder der eben übrigbleibt, in dieses Fass schütten. Und warten. Das ist der Moment, in dem man im Internet nachschaut, wie das die anderen so machen. Die suchen, finden und tauschen etwa Essigmütter, denn die kann man ähnlich wie einen Kefir problemlos teilen. Aber eigentlich müsst ihr nichts tun - die Mutter kommt zu euch. Essig ist nämlich irgendwie überall und so stellt sich das glibbrige Ding bald von selbst ein.

Schön geht allerdings anders: Wie eine große Leber liegt sie glibbrig bei mir im Fass und verwandelt jeden Schluck Bordeaux, Riesling oder Champagner innerhalb von etwa 3 Wochen in Essig. Wie der am Ende schmecken soll, kann ich also problemlos selbst bestimmen, indem ich nur das hinzufüge, was ich am Ende auch als Essig verwenden will. Dabei ist der Säuregehalt etwas höher als beim im Handel erhältlichen Produkt. Wer das nicht mag, verdünnt einfach mit Wasser bis zur gewünschten Stärke.

Mit dem fertigen Essig kann man natürlich das tun, was man sowieso gern damit macht, also beispielsweise Salate und Speisen würzen. Ihr könnt ihn aber auch zusammen mit einem Strauß Thymian oder Rosmarin oder anderen Gewürzen in eine Flasche füllen und bekommt nach wenigen Tagen aromatisierten Essig vom Feinsten. Ich möchte auf mein Essigfass und seine skurrile Bewohnerin auf keinen Fall mehr verzichten, denn sie braucht wirklich nichts außer Wärme und Wein. Irgendwie sympathisch.
 
30. März 2020, 16.30 Uhr
Bastian Fiebig
 
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