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Phillip Demandts Liebling
 

Auf und Zu

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Café im Liebieghaus: Comeback des ewigen Geheimtipps

Foto: Liebieghaus
Foto: Liebieghaus
Nur zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt versteckt sich eine der schönsten Ruhe-Oasen der Stadt. Nach dem Umbau ist das Liebieghauscafé zurück: Größer, mit Musik und einer wichtigen, alten Bekannten.
Schicki-Micki-Schuppen? Touristenfalle? Großgastronomie? Als die Nachricht vom Umbau des Cafés im Liebieghaus ihre Runde machte, waren die Befürchtungen groß. Immerhin galt das Museumscafé doch als populärer Geheimtipp, eine der wenigen Ruhe-Oasen am geschäftigen Museumsufer. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen und man darf Entwarnung geben: Die Wohnzimmeratmosphäre in dem Selbstbedienungscafé konnte erhalten werden.

Im Sommer 2016 hatte das Liebieghaus sich vom damaligen Pächter Sasa Riger getrennt. Seitdem betreibt das Museum sein Café in Eigenregie. Nicht nur Rigers Konzept, Kuchen und simple Snacks zu günstigen Preisen in Wohnzimmeratmosphäre, durfte bleiben. Auch Mimouna Ben Itto konnte übernommen werden, und steht nun in der neu renovierten Küche. Ben Itto kennen Sie nicht? Wer schon mal Gast im Liebieghauscafé war, kennt ihre Werke auf jeden Fall. Die kompetente Dame ist die Bäckerin, also das Mastermind hinter dem Kuchenangebot. Für die Neueröffnung hat sie auch einen neues Gebäck ins Repertoire genommen: Möhren-Walnuss-Kuchen.





Der gute Ruf des Cafés stellt das Liebieghaus-Team vor eine ungewöhnliche Herausforderung: „Es gibt viele Besucher, die kennen das Café, waren aber noch nie im Museum“, berichtet Heinz-Jürgen Bokler, der kaufmännische Geschäftsführer des Liebieghauses. Deshalb sollen Café und Museumsbetrieb in Zukunft enger verzahnt werden. Ein Bildschirm und Ausstellungskataloge bringen den Cafébesuchern das Museumstreiben näher. Außerdem möchte das Haus zukünftig auch Veranstaltungen im Café abhalten. Den Anfang machen die Singer-Songwriterin Fee am 14. September. Es folgen die beiden Poetry Slammer Samuel Kramer und Finn Holitzka am 12. Oktober und am 30. November kommt das Barockensemble „4 Times Baroque“. Die Karten kosten jeweils acht Euro, die Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr.

Highlight der Renovierung ist definitiv das Kaminzimmer. Und das, obwohl der Kamin gar nicht genutzt werden kann. „Feuer ist nicht erlaubt, dafür ist die Sammlung oben im Haus zu wertvoll“, räumt Bokler ein. Verträumt ins Feuer starren wäre hier aber auch ein Fehler, denn die ganze Architektur und Einrichtung ist außergewöhnlich. Man fühlt sich, wie in der Kulisse eines Filmes. Unglaublich, dass sich hier vor wenigen Jahren noch die Schreiner-Werkstatt des Hauses befunden haben soll. Fünf Monate hat die gesamte Renovierung gedauert. Das Museum selbst hat 250 000 Euro dafür bezahlt, den Rest blecht der Eigentümer der Villa Liebig – die Stadt.





Was Sandra Carle, die den Betrieb nun leitet, besonders freut, ist die ebenfalls komplett neu renovierte Küche. „Dort findet unser Team nun eine ideale Arbeitsstätte.“ Vor dem Umbau seien die Temperaturen schon mal schnell über 30 Grad gestiegen. Jetzt sorgt eine moderne Lüftung stets für bequeme 18 Grad.

Einen neuen Fan hat das Liebieghauscafé auf jeden Fall schon. „Für mich ist es das schönste Café Frankfurts“, schwärmte Museumsdirektor Philipp Demandt. „Ich bin aber auch erst elf Monate in der Stadt. Ich habe also noch nicht alle Cafés durchgetestet“, schränkt er höflich ein. Trotzdem keine geringe Aussage: Immerhin ist Demandt auch Hausherr des Städels. Das hat ebenfalls ein Café.

Café im Liebieghaus, Sachsenhausen, Schaumainkai 71, Di–So 10–18 Uhr, Tel. 605098292



11. September 2017
Jan Paul Stich
 
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