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Mafia-Jäger und Elektroöfen
 

Auf und Zu

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Pizzeria im ehemaligen Atelier Wilma eröffnet

Foto: Falcone & Borsellino
Foto: Falcone & Borsellino
Am 1. Mai hat in Sachenhausen ein neuer Italiener eröffnet. Im ehemaligen Atelier Wilma befindet sich nun das Falcone & Borsellino. Angeboten werden Pizzen aus Elektro-Öfen, die in 90 Sekunden fertig sind.
Vor gut einer Woche hat in den ehemaligen Räumlichkeiten des Atelier Wilma die Pizzeria Falcone & Borsellino eröffnet. Das mag vielleicht überraschen, hat doch der ehemalige Küchenchef Alexandre Sadowczyk dem JOURNAL FRANKFURT im Januar diesen Jahres verkündet, der Vermieter der Immobilie wolle dort kein Restaurant mehr betreiben. Nun kam es anders. „Das vorherige Konzept hat nicht funktioniert. Es hat sich gezeigt, dass ein Sternerestaurant an dieser Stelle nicht lukrativ ist“, so Betriebsleiterin Daria Schulz. Sie war bereits unter der Leitung von Michael Riemenschneider im Atelier Wilma Sommelière und Betriebsleiterin. „Der Inhaber, Graf zu Solms-Wildenfels, wollte eine alltagstaugliche Küche. Und Pizza kann man definitiv jeden Tag essen“, sagt Schulz. Eine Servicekraft wurde übernommen, ansonsten hat sich das Team neu zusammen gefunden.

Benannt ist das Restaurant nach den beiden Mafia-Jägern Giovanni Falcone und Paolo Borsellini. „Der Name ist eine Hommage an die beiden Helden. Wir wollen damit bewusst ein Gegenwirken zu mafiösen Bestrebungen setzen“, so Schulz. Ein riesiges schwarz-weißes Porträt der beiden hängt nun auch an einer Wand der Pizzeria. „Wir wollten bewusst Blickfänge setzen. Neben dem Porträt haben wir auch eine geflieste Italienflagge installiert. Die Wände sind mit schwarzen Hochglanzfliesen versehen; die Speisekarte haben wir mit Kreide darauf geschrieben“, so die Leiterin des Restaurants. „Und die tapezierte Papierwand haben wir auf einem Flohmarkt in Mailand erworben.“

Auf der Speisekarte stehen 13 verschiedene Pizzen und eine süße Variante mit Schokolade und Erdbeeren. Die Preise bewegen sich zwischen sechs und zehn Euro. Dazu werden hauptsächlich italienische Weine gereicht. Das Besondere: Lange muss man hier nicht auf sein Essen warten, denn die Pizzen werden in italienischen Elektro-Öfen gebacken und sind in 90 bis 120 Sekunden fertig.

Eine zweite Dependance in Bahnhofsnähe ist bereits in Planung. Diese Location soll größer werden und über eine Terrasse verfügen. Die Redaktion hält Sie auf dem Laufenden.

Falcone & Borsellino, Sachsenhausen, Schneckenhofstraße 11, Mo–So 11–22 Uhr, Tel. 26944130
14. Mai 2018
hes
 
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Leser-Kommentare

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Oscar Maria May am 27.5.2018, 16:11 Uhr:
Die Art und Weise wie hier das Andenken zweier Helden, welche im Kampf gegen die organisierte Kriminalität ihr Leben gelassen haben, für die eigenen kommerziellen Zwecke benutzt wird lässt, sehr wohlwollend formuliert, Feingefühl und guten Geschmack vermissen.

Und genau darum geht es doch eigentlich bei italienischer Küche!

Falls die Idee gewesen sein sollte, im Namen von Giovanni Falcone und Paolo Borsalino für die Problematik des organisierten Verbrechens in Italien und Europa zu sensibilisieren, so ist das gründlich daneben gegangen.

Die Umsetzung des Erscheinungsbildes mit einer kaligrafischen Schrift erweckt den Eindruck, Paolo Borsalino und Giovanni Falcone hätten ihr Einverständnis gegeben.

Ebenso makaber und geschmacklos: Die Gegenüberstellung der Pseudounterschriften von Borsalino und Falcone mit Einschusslöchern.

Geschmacklos ist auch die Karte. Was für eine dumme Idee den Fantasie-Pizzen „Falcone“ und „Borsalino“ eine „Pizza Don Vito Corleone“ gegenüberzustellen.

Zur Erinnerung: Die Figur des Hollywood Paten „Don Vito Corleone“ inspiriert sich an einem real existierten Massenmörder, dem Mafiaboss Bernardo Provenzano.

Warum hat man dazu nicht gleich noch eine „Pizza Toto Riina“, vielleicht mit „extra TNT-Schärfe“ auf die Karte gesetzt? Oder eine „Pizza Trauernde Witwe“?

Ob die Macher wissen, dass bei den Anschlägen neben Giovanni Falcone, seiner Frau Francesca Morvillo und Paolo Borsellino auch weitere neun Personenschützer gestorben sind?

Dass für dese Anschläge kiloweise Sprengstoff benutzt worden ist?

Dass durch die Explosion in Capaci ein ganzer Abschnitt der Autobahn in die Luft gesprengt worden ist und dass durch die Explosion in Via D’Amelio die Fassaden mehrerer Wohnhäuser zerstört worden sind?

Wie würden sich wohl die Hinterbliebenen von Falcone, Borsellino und aller anderen Opfer der Mafien fühlen, wenn sie erfahren würden, dass es in Frankfurt eine Pizzeria gibt, die Opfer und Täter zu einer pseudofolkloristischen Geschmacklosigkeit verballhornt?

Wahrscheinlich das den Machern alles nicht bewusst oder schlimmer noch, schlichtweg egal.

Man könnte dort die beste Pizza der Welt machen, was sehr unwahrscheinlich ist, denn dafür bräuchte man Feingefühl, sie würde ebenso schlecht schmecken, wie der schlechte Geschmack seiner Macher.

Möge den Herrschaften jeder Bissen im eigenen Halse stecken bleiben.
 
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