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Ojo de Agua
Genuss Magazin Frankfurt
Restaurant-Empfehlung des Tages
USA - Steaks & Fine Dining, Die Neueröffnungen, Die spannendsten Neueröffnungen, City/Bahnhofsviertel
Ojo de Agua
Oh yeah! (Oder wie die 12-jährige Tochter feststellen würde: "Geht doch.") Es dauerte und dauerte, aber inzwischen hat der Schweizer Künstler und Popstar Dieter Meier (Yello) sein Frankfurter Re­staurant erfolgreich eröffnet. In den Räumen des ehemaligen Avocado schräg gegenüber vom Hilton in der Hochstraße befindet sich nun also eine Art argentinisches Factory Outlet der kulinarischen Art, denn Meier ist seit vielen Jahren nicht nur sehr erfolgreich als Musiker unterwegs, sondern betreibt unter dem Markennamen Ojo de Agua auch eine biologische Premium-Rinderzucht und unter Ojo de Vino ein organisches Weingut in Argentinien. Was also hier auf den Tisch kommt, ist zumeist von Anfang bis Ende selbst gemacht und Teil eines Gesamtkonzepts. Auch das Restaurant ist nicht das erste seiner Art - Ojo de Agua Nr. 1 steht, wie könnte es anders sein, in Zürich. Vom Styling ist das Restaurant gut gelungen. Der Putz ist rundherum von den Wänden runter, die rauen Wände aus roten Ziegelsteinen prägen den Gastraum ebenso wie der Boden aus antiken Kacheln und dunklem Parkett. Dazu gibt es Wandlampen aus Messing und wie zufällig mit Absicht verstreute hauseigene Weinkisten auf dem Boden (die allerdings besser aussähen, wenn Sie statt aus Pappe aus Holz wären ...). Einen wenig überraschenden Haken haben die ganzen gut aussehenden, aber harten Oberflächen: Die Akustik im Raum ist entsprechend grausig, und wenn alle Tische besetzt sind und die Gäste mit wachsender Begeisterung und Lautstärke aufeinander einreden, dann wird es zumindest für alle, die alt genug sind, um Dieter Meier und Yello schon in den 80er-Jahren erlebt zu haben, akustisch eher anstrengend. Fürs Personal scheint Meier ein Händchen zu haben - selten hat ein neues Team in einem neuen Restaurant bei uns auf Anhieb einen so sympathischen Eindruck hinterlassen. Man hat als Gast den ganzen Abend das Gefühl, in guten Händen zu sein. Dem Factory-Outlet-Konzept entsprechend sind die Speise- und die Weinkarte sehr kurz und bündig. Vorweg kann man an Parmesanbrocken nagen (sehr gute Qualität, 6 EUR), sich an einem ordentlichen Iberico-Bellota-Schinken erfreuen (12 EUR), Tatar vom hauseigenen Beef probieren (12 EUR, dazu später mehr) oder Palmherzen futtern (na ja, nicht jedermanns Sache, 6 EUR). Wer sich nicht entscheiden kann, ordert alles zusammen als Vorspeisenplatte für zwei Personen und 18 EUR. Ähnlich übersichtlich ist auch die Auswahl an Hauptgängen: Es gibt das argentinische Beef wahlweise als Roastbeef - warm, in dünne Scheiben tranchiert (mittags 180 g für 17 EUR, abends 230 g für 24 EUR) als Filet (29 EUR) oder roh als Tatar (18 EUR). Wer möchte, kann für 27 EUR auch eine gemischte Portion aus Roastbeef und Filet ordern. Dazu gibt es eine große Schüssel knackigen Salat und zwei pikante, gut gemachte Saucen: die typisch südamerikanische Chimichurri und die klassisch-europäische Café de Paris. Wenn die Teller kommen, versteht man auch das Konzept: Sowohl Roastbeef als auch Filet haben nur einen hauchdünnen grauen Rand, praktisch das ganze Fleisch ist perfekt rosarot gegart - ein Ergebnis, das nur mit Niedertemperaturtechnik zu erreichen ist. Hier wird also das Fleisch nicht nach Bestellung in die Pfanne geworfen, es ist schon Stunden, bevor die Gäste kommen, im Ofen. Das erklärt, warum es nur zwei Sorten plus Tatar gibt: Nur wenn durch knappe Auswahl vorher sichergestellt ist, was die Gäste ordern, kann die Küche so arbeiten. Das Ergebnis überzeugt: Dem Fleisch schmeckt man an, dass Maiers argentinische Rindviecher ein schönes Leben mit viel Auslauf und Pampagras hatten, die Konsistenz ist optimal. Dafür muss man konzeptbedingt auf Grill- und Röstaromen und auf eine größere Auswahl verzichten. Das ist beim ersten und zweiten Besuch auch kein Thema - hier kann das Ojo voll überzeugen. Ob man mit einem so schmalen Programm aber Stammgäste in ausreichender Zahl gewinnen kann, ist für uns eine spannende Frage. In Zürich ist auch die beantwortet, denn das Stammhaus gibt es dort schon seit zehn Jahren. Roastbeef oder Filet? Das Roastbeef liegt im Geschmack vorne, das Filet in der Konsistenz. Am glücklichsten werden Sie also, wenn Sie die Kombination bestellen. Eine echte Alternative ist das Tatar, denn natürlich eignet sich Fleisch dieser Qualität hervorragend dafür, und außerdem weiß der Küchenchef, wie es geht. Zum Dessert gibt es sehr guten Kuchen - mit Schoko oder ganz argentinisch Dulce de Leche in sehr kleinen Stücken zu sehr kleinen Preisen (3,50 EUR) aus einer kleinen Frankfurter Manufaktur. Das ist vernünftig, denn für mehr wäre auch kein Platz. Als reizvolle Alternative im Sommer kann man den Espresso auch mit einer Kugel Vanilleeis wählen. Die Auswahl an Weinen ist ebenso überschaubar wie die der Speisen; dafür sind sie auch aus eigener Erzeugung, glänzen mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis und sind alle auch glasweise zu haben. Uns waren die Basisweise für einen sonnenverwöhnten Südamerikaner etwas zu ruppig, also gönnten wir uns die Cuvée Speciale und bekamen für faire 39 EUR genau den saftigen Gaumenschmeichler, auf den wir gehofft hatten. Zur Nachahmung empfohlen.
Peter Eckard
Kritik aus dem aktuellen FRANKFURT GEHT AUS! – Heft jetzt bestellen >>
Location Facts
Adresse: Hochstraße 27, 60313 Frankfurt am Main Frankfurt - City Innenstadt
Telefon: 069/92020510
Kreditkarten: AE/MC/VI/ec-cash
Mail: info@ojodeagua.de
Home: http://www.ojodeagua.de
Kapazität: 40 Sitzplätze drinnen 18 Sitzplätze draussen
Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-23 Uhr, So Ruhetag
Parken:
RMV: Eschenheimer Tor: U1-3/8, Bus 36
Küche: USA - Steaks & Fine Dining,
Die Neueröffnungen,
Die spannendsten Neueröffnungen,
City/Bahnhofsviertel
 

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